Israelische Einheit? Nur in Krisenzeiten!

Israelis sind sich nur in Krisenzeiten wie Kriegen oder Naturkatastrophen einig. Ansonsten ist der jüdische Staat gespalten und von einem internen Konflikt geprägt, insbesondere zwischen Religiösen und Säkularen. Das hat eine neue Umfrage des israelischen Internetportals Ynetnews ergeben. Die Studie wurde anlässlich des Tisha B’Av durchgeführt, dem jüdischen Fasten- und Trauertag, an dem der Zerstörung des Jerusalemer Tempels gedacht wird.

Israelische Einheit? Nur in Krisenzeiten!

Israelis sind sich nur in Krisenzeiten wie Kriegen oder Naturkatastrophen einig. Ansonsten ist der jüdische Staat gespalten und von einem internen Konflikt geprägt, insbesondere zwischen Religiösen und Säkularen. Das hat eine neue Umfrage des israelischen Internetportals Ynetnews ergeben. Die Studie wurde anlässlich des Tisha B’Av durchgeführt, dem jüdischen Fasten- und Trauertag, an dem der Zerstörung des Jerusalemer Tempels gedacht wird.

Die Umfrage zeigt aber nicht nur ein düsteres Bild, sondern gibt auch Grund zu Optimismus. Die Teilnehmer wurden gefragt, wie viel Aufmerksamkeit sie den verschiedenen jüdischen Gruppierungen schenken und wie sie die Unterschiede bewerten. 46 Prozent gaben an, die religiöse und wirtschaftliche Schere sei bemerkbar und für sie von großer Bedeutung. 44 Prozent sagten, dass die ethnischen Unterschiede zwischen Ashkenazi (westlichen) und Mizrahi (östlichen) Juden nur von geringer Bedeutung sei. Eine tiefere Analyse ergab, dass die religiöse Kluft zwischen „weltlichen“ und ultraorthodoxen Israelis für säkulare und traditionelle Juden von viel größerer Bedeutung ist als für die ultraorthodoxe Gemeinschaft.

Sage und schreibe 80 Prozent (aus allen gesellschaftlichen Schichten) geben zu, dass das Volk nur in Krisenzeiten vereint ist, und 41,5 Prozent erwarten, dass es in Zukunft noch schlimmer kommen wird.

Einer der größten Einflussfaktoren könnte ihrer Meinung nach der Mangel an Integrationswille sein. In so einem kleinen Land wie Israel ist regelmäßiger Kontakt wichtig. Doch die Umfrage ergab, dass sowohl säkulare als auch ultraorthodoxe Juden oftmals nicht bereit sind, in die „andere Seite“ einzuheiraten. Wenn es darum geht, Geschäfte miteinander zu machen oder nebeneinander zu wohnen, werden beide Seiten etwas toleranter. Positiv wurde bewertet, dass 43 Prozent der religiösen Juden davon ausgehen, dass sich die Situation irgendwann verbessert. Außerdem sind die meisten der Befragten aus allen Schichten der Meinung, dass die Juden Israels, trotz ihrer Unterschiede, zusammenhalten müssen. Ihr gemeinsames Erbe bilde in Notsituationen die Grundlage für Eintracht und Einigkeit, auch wenn diese immer nur vorübergehend, bis zum Ende der Krise, halte. Auf die Frage, wie dieses Problem zu lösen sei, antworteten 40 Prozent, mehr Aufklärung sei nötig, während sich 23 Prozent für einen verstärkten Dialog aussprachen.

Ilan Gal-Dor, Direktor des Gesher-Forschungsinstitutes sagte zu den Ergebnissen der Umfrage: „Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Aber es gibt den Willen zum Dialog zwischen den verschiedenen Sektoren. Wir (die Israelis) legen großen Wert darauf, dass wir uns als Volk verstehen. Wir wollen eine gemeinsame bessere Zukunft, vor allem wenn wir an die Lehren aus dem Tisha B’Av denken.“

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