Israel während einer Busfahrt richtig kennenlernen

Wenn Sie das nächste Mal in Israel sind, setzen Sie sich einfach mal in einen Bus und fahren Sie durchs Land.

von Hanna Ross |
Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich vor ca. 20 Jahren nach Israel eingewandert bin, habe ich vieles nicht gewusst. Heute habe ich das Gefühl, dass ich mehr als mein Mann weiß, der hier geboren und aufgewachsen ist. Na ja, ist vielleicht etwas übertrieben…

Als ich neulich von der Arbeit nach Hause fuhr, holte ich mir meine Maske aus der Tasche, bevor ich in die Straßenbahn einstieg. Nicht lange ist es her, dass groß  verkündet wurde „Alles vorbei“, danach hieß es wieder „Maske auf“ in Innenräumen, daran hat sich jedoch fast niemand gehalten. Warum auch, werden sich viele Israelis gedacht haben. Es war doch die Rede einer Herdenimmunität…

Mit Maske oder Gebetbuch in der Straßenbahn

Wieder kurze Zeit später hieß es, dass jetzt die Polizei wieder kontrolliert, wer sich nicht dran hält, bekommt eine dicke Strafe. So stieg ich in die Straßenbahn ein, das Kinn mit der Maske bedeckt, allseits bereit. Genauso stieg ich dann auch in den Bus um. Schon an der Haltestelle sah ich einen Aufseher von Egged (israelische Busgesellschaft). Okay, dachte ich mir, jetzt geht das wieder los. Und tatsächlich, anstatt zu kontrollieren, ob auch jeder die Fahrt bezahlt hat, ging er durch die Reihen und sagte jedem zweiten „Maske auf!“.

Genau neben mir braute sich dann eine feurige Diskussion zusammen zwischen dem Aufseher, Religiösen, Unreligiösen, Nasen-Masken-Trägern, Mund-Masken-Trägern, Kinn-Masken-Trägern und Mitfahrern, die meinten, sie hätten einfach keine Maske dabei. Es war wie im Film, das ganze Volk Israel auf einen kleinen Haufen, ich hätte es filmen sollen. Diesen Streit wiederzugeben ist vertane Zeit, die Argumente und Gegenargumente kann sich jeder ausmalen. Was aber mal wieder typisch israelisch war, es wurde nicht ein Strafzettel verteilt. Das hatte ich auch nicht anders erwartet.

Kurz bevor ich dann an meiner Haltestelle angekommen war, stieg vor mir eine junge Äthiopierin aus, welche wohl bei der Luftwaffe ihren Armeedienst leistet (das erkennt man an der beigen Uniform). Kaum stieg sie aus, wurde sie von ihren 3 kleinen, religiösen Geschwistern fast umgerannt und fest umarmt.

Ach, es geht doch nichts über Israel! So einzigartig, vielfältig, anstrengend aber vor allen Dingen auch wunderschön!

Im Bus lernt man Land und Menschen kennen

Also, wenn Sie das nächste Mal in Israel sind (was hoffentlich bald wieder möglich sein wird), lassen Sie doch einfach mal die gewöhnlichen Besucherorte weg und setzen Sie sich einfach mal in einen Bus und fahren Sie durchs Land. Aber aufgepasst, es gibt einige extrem koschere Linien, da „müssen“ die Frauen hinten sitzen… 😉

Und jetzt das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bewölkt und etwas „kühler“ als in den letzten Tagen, aber es bleibt natürlich sommerlich warm. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 29 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist weiter gesunken und liegt jetzt bei – 209,75 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 95 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Donnerstag und schon jetzt ein schönes Wochenende. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!