Israel Heute Morgen – Jerusalem?

Plötzlich scheint die Welt Hemmungen zu haben, zu Veranstaltungen nach Jerusalem zu kommen. Ist die Absage des Fußballspiels gegen Argentinien nur der Beginn eines Boykotts der israelischen Hauptstadt? Und wieso beschwert sich ausgerechnet Jibril Rajoub, Vorsitzender des Palästinensischen Fußballverbandes, über die Politisierung des Sports?

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Guten Morgen liebe Leser!

Hier bei uns redet man fast nur noch über Fußball. Nicht nur die Menschen auf der Straße, auch die Politiker, vom Knesset-Abgeordneten bis hin zum Staatspräsidenten. Klar, in der nächsten Woche beginnt ja auch die Fußball-WM. Aber das ist nicht der Grund für die erhitzten Diskussionen hier bei uns. Es geht natürlich um Argentiniens Absage des Spiels gegen Israel, das am Samstagabend in Jerusalem stattfinden sollte.

Ich habe schon gestern geschrieben, dass ich nicht glaube, dass die Suche nach einem Schuldigen hier bei uns etwas bringen wird. Auf einer Pressekonferenz der Ministerin für Kultur und Sport Miri Regev, wurde noch einmal betont, dass die Argentinier das Spiel wegen der Drohungen terroristischer Organisationen gegen Messi und weiteren Spielern abgesagt haben. Es ist gut möglich, dass dieses Spiel zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden wird. Was mir viel mehr Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass die Absage des Spiels wieder die Diskussion um den Status von Jerusalem als Israels Hauptstadt in Frage stellt. Auch sprach man gestern über die Eurovision, die im nächsten Jahr hier bei uns stattfinden soll. Es sei keineswegs sicher, das sie in Jerusalem stattfinden würde. Komisch. Was hat sich in den letzten 20 oder 40 Jahren denn verändert, dass die Welt plötzlich Hemmungen hat, nach Jerusalem zu kommen? Wie konnte das passieren? Plötzlich hat die Welt ein Problem damit, internationale Wettbewerbe in Jerusalem auszutragen. 1979 und 1999 hatte sich niemand Gedanken darüber gemacht, als Israel Gastgeber der Eurovisions Song Contests war. Wer damit Probleme hatte, waren wir, die Israelis selbst, denn man musste sich mit den orthodoxen Juden arrangieren, da man wegen des Wettbewerbs den Shabbat nicht einhalten konnte. Sollte man sich nun der Welt fügen und die Eurovision in Tel Aviv organisieren, würde dies den Organisatoren einige Kopfschmerzen sparen. Aber ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird. Israel wird eher auf die Eurovision im Land verzichten, als sie an einem anderen Ort als Jerusalem auszutragen. Und dann möchte ich noch etwas zum Vorsitzenden des „Palästinensischen Fußballverbandes“ sagen, zu Jebril Rajoub. Gestern bedankte er sich bei Lionel Messi dafür, dass er und die anderen Spieler nicht bereit sind, bei der Politisierung des Spiels durch Israel mitzumachen. Warme Worte des Dankes.

Rajoub bedankt sich

Ist das derselbe Jibril Rajoub, der nur zwei Tage vorher die Fußballfans auf der Welt dazu aufrief, das Hemd von Messi zu verbrennen und ihn zu boykottieren?

Rajoub drohte

So etwas kann und darf nicht ohne Folgen bleiben und ich hoffe, dass das auch die FIFA so sehen wird. Rajoub sei gegen die politische Ausnutzung des Sports. Man darf hier nicht vergessen, dass Rajoub nicht durch den Sport an den Posten des Vorsitzenden des palästinensischen Fußballverbandes gekommen ist. Er gehört zur Führung der PLO und erkannte, dass er durch den Fußball viele seiner politischen Ziele erreichen könnte, Israel zu schaden. Seit Jahren versucht er, Israel über den Fußball international zu isolieren. Der Vorsitzende des israelischen Fußballverbandes Ofer Eini bezeichnete die Absage des Spiels als einen sportlichen Terroranschlag gegen Israel.

Die Welt lernt jetzt, dass Jerusalem anscheinend ein Problem ist. Dabei ist hier doch erst vor einem Monat der Giro d’Italia gestartet worden, keiner der Radfahrer oder Veranstalter hatte ein Problem mit Jerusalem. Hier gehen alle Punkte an die „Palästinenser“, die es geschafft haben, den Status Jerusalems wieder in Frage zu stellen. Ist daran vielleicht doch die Verlegung der amerikanischen Botschaft schuld, wie es viele sagen? War das ein Eigentor?

Aber etwas Gutes ist vielleicht doch bei der ganzen Sache herausgekommen: Die Stadt Haifa scheint nun endgültig uns zu gehören. Denn solange Haifa als Austragungsort für das Spiel gegen Argentinien geplant war, hatte es nicht eine Stimme dagegen gegeben.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem Anstieg der Temperaturen. Überdurchschnittlich heiß. Am Nachmittag starke nördliche Winde an der Küste. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 42 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Beersheva 34 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.49 m unter dem Meeresspiegel.

Das heutige Titelfoto stammt vom Rabin-Platz in Tel Aviv, wo gestern die alljährliche “Woche des hebräischen Buches” begonnen hat. Eine Woche lang kann man im ganzen Land hebräische Bücher zu günstigeren Preisen erwerben. Auch in Jerusalem und anderen Städten gibt es jetzt die Stände der Herausgeber, die ihre Bücher anbieten.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Donnerstag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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