Israel Heute Morgen

Wir hatten ein sehr sommerliches Wochenende. Bei uns in Modiin stieg das Thermometer auf bis zu 27 Grad. Ein Angriff auf einen iranischen Stützpunkt in Syrien und eine Demonstration mit zehntausenden Teilnehmern gegen die Korruption sind die Themen, mit denen wir die neue Woche beginnen. Was das Wetter für heute betrifft, es bleibt warm, aber nicht mehr lange.

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Guten Morgen liebe Leser!

Wir hatten ein sehr sommerliches Wochenende. Bei uns in Modiin stieg das Thermometer auf bis zu 27 Grad. Und das im Dezember. Aber ab Dienstag werden die Temperaturen nach unten gehen, so dass es am Mittwoch dann für die Jahreszeit zu kühl werden wird, auf dem Hermon Berg wird sogar Schneefall erwartet. So ist das hier bei uns, von einem Extrem ins andere. Ich erinnere mich gerade an den Dezember vor 4 Jahren, da hatten wir am 13.12. ein Schneechaos in Jerusalem. Ob wir in diesem Winter auch ein paar Schneeflocken abbekommen werden?

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem weiteren leichten Anstieg der Temperaturen. Für die Jahreszeit zu warm und trocken. Während des Vormittags starke östliche Winde im Norden und in den Bergen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 20 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 21 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.345 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun lade ich Sie wieder ein, zusammen mit mir einen Blick auf die Titelseiten der Tageszeitungen zu werfen. Ein Angriff auf einen iranischen Stützpunkt bei Damaskus und eine Demonstration gegen die Korruption sind heute die Hauptschlagzeilen.

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

Die Zeitung Maariv berichtet auf der oberen Hälfte ihrer Titelseite von den Meldungen über einen wahrscheinlich israelischen Angriff bei Damaskus. ”Das Ziel: Iranischer Stützpunkt bei Damaskus”, lautet die Überschrift. Es werden Medienberichte von einem Angriff der israelischen Luftwaffe zitiert. Die syrische Armee soll Raketen gegen Flugzeuge reagiert haben. Die Zeitung zitiert Ministerpräsident Netanjahu: „Wir erlauben es dem Iran nicht, sich militärisch in Syrien festzusetzen.” Die zweite große Schlagzeile befasst sich mit einer großen Demonstration, die gestern in Tel Aviv stattgefunden hatte. ”Der Marsch der Schande”, lautet hier die Überschrift. Zehntausende haben gestern gegen die Korruption und gegen das sogenannte Empfehlungs-Gesetz demonstriert. Die Veranstalter waren von der großen Zahl der Teinehmer überrascht. Die Regierung kann das nicht ignorieren. Es ist schon problematisch, wenn Gesetze beschlossen werden, die dazu dienen sollen, die Körper, die geschaffen wurden, um die Regierung zu kontrollieren, quasi mundtot zu machen. In der Vergangenheit versuchte man, die Kompetenzen des Obersten Gerichts einzuschränken, dann ging es gegen den Staatskontrolleur und jetzt möchte die Regierung verhindern, dass die Polizei ihre Empfehlungen nach ihren Untersuchungen ausspricht. In diesem Fall geht es natürlich um die Beschuldigungen gegen Ministerpräsident Netanjahu. Die letzte Schlagzeile lautet: ”Suche nach Mördern des Soldaten Itzhak Kukia werden fortgesetzt”. Am Freitag wurde in Arad ein 19-jähriger Soldat erstochen und seine Waffe gestohlen. Der oder die Täter konnten bis jetzt noch nicht gefasst werden.

Die Zeitung Jediot Achronot berichtet auf ihrer Titelseite ebenfalls von dem Angriff auf den iranischen Stützpunkt in Syrien. “Die Iranier im Visier“, lautet die Überschrift. Hier wird erwähnt, dass die russische Meldung, wonach Israel für den Angriff Raketen des Typs „Jericho“ verwendet hätten, nicht richtig sei. Israel habe nie zugegeben, dass es diese Raketen überhaupt gebe. Überhaupt gibt es verschiedene Versionen von dem Angriff von gestern. Israel selbst schweigt dazu. Es ist klar, dass bei Jediot Achronot die Meldung über die Demonstration gegen das von ihr genannte „Bibi-Gesetz“ den größten Teil der Titelseite einnimmt. “Der Marsch der Schande“, lautet auch hier die Überschrift. Unter dem Bild fragt die Zeitung: „Kehrt der Rothshild-Protest zurück?” Die große Zahl von Demonstrationsteilnehmern erinnert an die Proteste von 2011. eine weitere Meldung berichtet vom Tod einer bekannten israelischen Schriftstellerin, Nava Semel. Semel bedeutet auf Hebräisch “Zeichen, Symbol”, daher ist die Überschrift ein Wortspiel: “Nava, ein Symbol“. Nava Semel war die Schwester des berühmten israelischen Sängers Shlomo Artzi und Tochter des ehemaligen Knessetabgeordneten Itzhak Artzi.

Wer auf der Titelseite der Zeitung Israel Hayom eine Meldung über die gestrige Demonstration gegen Netanjahu und gegen die Korruption sucht, kann lange suchen. Da ist nichts. Die erste Schlagzeile lautet hier: ”Trump wird Jerusalem als Hauptstadt anerkennen”. Am Mittwoch soll Donald Trump amerikanischen Medienberichten zufolge eine dramatische Rede halten und mitteilen, dass die Vereinigten Staaten Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen. Dann soll er, als Ausgleich, den Termin der Verlegung der Botschaft nach Jerusalem erneut verschieben. Also, warten wir einfach mal ab. Die Hauptschlagzeile ist wie bei den anderen Zeitungen die Meldung über den Angriff auf den iranischen Stützpunkt bei Damaskus. ”Wer lassen nicht zu, dass der Iran sich in Syrien festsetzt”, wird hier Ministerpräsident Netanjahu zitiert. Bei dem Angriff sollen Berichten zufolge mindesten 10 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter auch einige Iraner. Wie es jetzt wohl weitergehen wird? Darunter in einem roten Kasten die Überschrift: ”Mobilmachung in der Knesset für das Empfehlungs-Gesetz”. Auf Hebräisch wird hier der Begriff “Zav 8” benutzt. Das ist der Name einer sofortigen Mobilmachung der Reservesoldaten. Jetzt werden also die Abgeordneten mobilgemacht, wie in einem Kampf. Ob es der Regierung gelingen wird, das Gesetz trotz der Proteste durchzubringen? Eine letzte Schlagzeile meldet etwas Positives. ”Die Behinderung besiegen”, lautet die Überschrift eines Artikels, der berichtet, dass in Israel um die 85.000 Menschen mit verschiedenen Behinderungen leben. Die gute Nachricht: Die Zahl der Behinderten, die in den Arbeitsmarkt integriert werden, ist angestiegen. Die Zeitung erzählt die Geschichten einiger Behinderter.

Das war eine Übersicht auf die wichtigsten Schlagzeilen der Zeitungen von heute mit zwei zentralen Themen, Iran und der Kampf um das umstrittene Empfehlungs-Gesetz. Diese Woche scheint also nicht langweilig zu werden. Aber auch ohne diese Nachrichten ist es nie langweilig hier in unserem kleinen Land, im positiven Sinne.

Jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag und einen wunderbaren ersten Advent (ist es wirklich schon wieder soweit?) Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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