Israel Heute Morgen

So ganz verschwunden scheint der Sommer noch nicht zu sein. Ein paar Worte über erneute Proteste und Straßenblockaden orthodoxer Juden und meine Sorge, nicht nachhause zu kommen, Behinderte, die trotz Einigung mit der Regierung immer noch auf die Straße gehen und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

So ganz verschwunden scheint der Sommer noch nicht zu sein. Wohl war es am frühen morgen noch recht kühl, angenehm und erfrischend kühl, doch bis zum Mittag sollen die Temperaturen wieder nach oben gehen, bis zu 27 Grad hier in Jerusalem und 29 Grad in Tel Aviv. Bei uns zuhause in Modiin soll sogar die 30 Grad Marke überschritten werden, 31 Grad sind als Höchsttemperatur vorausgesagt. Hat jemand Herbst gesagt?

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 31 Grad, am Toten Meer 33 Grad, Eilat am Roten Meer 33 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt nun bei -214.17 m unter dem Meeresspiegel.

Als ich gestern unsere Redaktion verließ und mich auf den Fußmarsch zu meinem Auto machte, las ich auf meinem Handy Meldungen von erneuten Straßenblockaden demonstrierender orthodoxer Juden. Zunächst war nur von Demonstrationen in Bnei Brak die Rede, doch kurz danach wurden auch Ansammlungen von Hunderten Demonstranten in Jerusalem gemeldet. Während ich noch unterwegs zum Auto war, warf ich einen Blick auf die Waze Navigations-App. Genau die Kreuzung am Ausgang „meiner“ Tiefgarage, wo sich die Straßen Sarei Israel und Jaffa treffen wurde als gesperrt angezeigt. „Na toll“, dachte ich mir. Als ich mich dann der Kreuzung näherte, konnte ich schon von weitem die Demonstranten sehen und ihre frohen Gesänge hören. Ich war weniger glücklich darüber, denn ich wollte gerne nachhause fahren.

Gestern direkt vor meinem Parkplatz, wie kommt man da jetzt raus?

Ich rief erst einmal zuhause an und bereitete die Familie darauf vor, dass ich wohl noch etwas länger in Jerusalem bleiben werde und schickte ein paar Bilder per Whatsapp. Doch dann sah ich, wie ein Auto am Eingang der Tiefgarage hinausfuhr und ungestört in die Jaffastraße einbiegen konnte, wo normalerweise nur Busse und Taxen fahren dürfen. Das war die Lösung. Ich rannte schnell zum Auto, bevor auch der Eingang von den singenden Demonstranten blockiert werden würde. Und tatsächlich, ich hatte es geschafft, der Eingang war noch frei, die Menge stand links von mir, ich bog rechts ab in die Jaffastraße, in die Freiheit. Nach gerade mal 25 Minuten Fahrt war ich dann sogar früher als sonst zuhause, denn die meisten Autofahrer hatten es nicht geschafft, auf die Schnellstraße 1 zu kommen, die so leer war wir zur Zit der Feiertage. Ich hatte Glück gehabt.

Der gestrige Tag war kein leichter Tag für die Jerusalemer Autofahrer und Busse. Denn auch an einer anderen Stelle in der Stadt gab es gestern Proteste und Straßenblockaden. Erinnern Sie sich an den Kampf der Behinderten um eine Erhöhung der monatlichen Unterstützung? Zu Beginn des Monats schien der Kampf ein Ende zu haben, nachdem die Regierung sich mit Repräsentanten der Behinderten auf eine Lösung geeinigt hatten (Artikel), aber nicht alle waren mit dem Erreichten einverstanden. Eine Organisation mit dem Namen „Behinderte werden zu Panther“ sagte, nicht alle würden die Erhöhung der Zahlungen bekommen, sondern nur ein ganz bestimmter Teil der Behinderten. Die Organisation fordert genau die gleiche Summe für alle Behinderten und drohte, weiter auf die Straßen zu gehen. Und das taten sie dann auch. Gestern war der „Paris-Platz“, unweit des Wohnsitzes des Ministerpräsidenten, an der Reihe. Die Kreuzung wurde blockiert, der Verkehr kam auch dort zum Stillstand.

Behinderte blockieren eine Kreuzung, gestern in Jerusalem (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Danach gingen sie zum Eingangstor des Wohnsitzes des Ministerpräsidenten und verlangten, mit Netanjahu zu sprechen, doch ohne Erfolg. Wie es nun weitergehen soll, weiß im Moment noch keiner. Bis jetzt hatte die Bevölkerung viel Verständnis für den Kampf der Behinderten, doch jetzt, nachdem sie deutlich mehr bekommen sollen, scheint es mit dem Verständnis langsam vorbei zu sein.

Und zum Schluss eine erfreuliche Meldung: Die Novemberausgabe von Israel Heute befindet sich im Druck und die digitale Version wird in diesen Tagen online gehen. Ausruhen gibt es bei uns allerdings nicht, wir haben schon damit begonnen, an der Dezemberausgabe zu arbeiten. Dezember, unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht.

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und glücklichen Mittwoch, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem

Dov

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