Israel Heute Morgen

Der heiße Sommer scheint einigen Leuten zu sehr auf den Kopf zu schlagen. Ein paar Worte über einen abgesagten Boxkampf zwischen zwei Politikern, sportliche Lösungen für Konflikte, die Messerattacke in einem Supermarkt, die heute in Jerusalem stattfindende Pride-Parade und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Der heiße Sommer scheint einigen Leuten zu sehr auf den Kopf zu schlagen. Wie sonst soll man sich den für gestern angesetzten Faustkampf zwischen zwei Politikern, einem jordanischen Parlamentsabgeordneten auf der einen Seite und einem Abgeordneten der israelischen Knesset auf der anderen Seite, erklären. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, als ich im Internet eine Meldung las, wonach sich der israelische Abgeordnete der Likud-Partei Oren Hazan mit dem jordanischen Parlamentsabgeordneten Jahja al-Saud auf der Allenby-Brücke zu einem Zweikampf verabredet hatten. So etwas kann doch nur ein WItz sein, dachte ich. War es aber nicht. Der Vereinbarung zum Faustkampf war eine Diskussion im Internet vorausgegangen, nachdem Oren Hazan auf seinem Twitter-Konto sich gegen Jordanien geäußert hatte. Seit dem Vorfall in der israelischen Botschaft, bei dem ein israelischer Sicherheitsbeamter einen jordanischen Angreifer erschossen hatte und ein weiterer Jordanier durch eine verirrte Kugel getötet worden war, sind die Beziehungen zwischen Israel und Jordanien angespannt. So waren gestern früh beide Politiker tatsächlich auf dem Weg, um ihre Meinungsverschiedenheiten mithilfe der Fäuste beizulegen. Doch dazu kam es am Ende nicht. Ministerpräsident Netanjahu rief Oren Hazan per Telefon zurück, auch die Jordanier ließen den jordanischen Abgeordneten nicht die Grenze passieren. Dieser sagte allerdings, dass er bereit sei, jetzt sofort in ein Flugzeug zu steigen, um den Zweikampf im Ausland auszuragen. Ein sportlicher Mensch.

Eigentlich wäre es doch gar keine so schlechte Idee, Streitigkeiten auf sportlicher Ebene beizulegen, anstatt sich zu bekriegen. Diese Idee gab es bereits in dem Kinofilm „bei Abpfiff Frieden“, von dem ich Ihnen schon vor einiger Zeit erzählt hatte. Dort ging es um ein Fußballspiel zwischen Israel und Palästina, das den Konflikt ein für allemal beenden sollte.

Trailer des Films „Bei Abpfiff Frieden“

Ein israelischer Journalist wollte nach der „Absage“ des Boxkampfes eine Stellungnahme des jordanischen Abgeordneten bekommen. Dieser wäre aber nur zu einem Gespräch bereit gewesen, wenn der Journalist gesagt hätte, er würde aus dem historischen Palästina kommen und nicht aus Israel. So wurde aus dem Interview also nichts. Oren Hazan, so las ich, wollte seinem Amtskollegen erklären, dass Jordanien Palästina sei. Naja, vielleicht ist es doch ganz gut, dass es nicht zu dem Zweikampf kam, ist auch wirklich etwas krass, wenn ich mich so ausdrücken darf. Eines ist sicher, jeder der beiden Abgeordneten hat in seinem Land für Schlagzeilen gesorgt, Oren Hazan ist immer für eine gut, wie zum Beispiel die Sache mit seinem Selfie mit US-Präsident Trump, seitdem wird er oft der „israelische Trump“ genannt.

Der neue öffentliche Fernsehsender KAN hat gestern Abend einen Bericht über den geplanten Zweikampf gesendet. Er ist auf Hebräisch, ich habe allerdings deutsche Untertitel vorbereitet und eingereicht, sie sollten später zu sehen sein. Ich habe die Übersetzung als Kommentar unter dem Video veröffentlicht, klicken Sie dafür bitte hier.

Jetzt wird es aber Zeit für das Wetter. Hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem weiteren leichten Rückgang der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Tentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.63 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern berichteten wir von der Messerattacke in Javne. Ich musste sofort an die Attacke in einem Supermarkt in Hamburg denken, als ich davon erfuhr. Das ist schon komisch, irgendwie sitzen wir jetzt alle in einem Boot, der Terror kann überall zuschlagen. Bei der gestrigen Attacke wurde der stellvertretende Leiter des Supermarktes sehr schwer verletzt. Mehrere Stunden kämpften die Ärzte um sein Leben. Heute früh scheint er außer Lebensgefahr zu sein, sein Zustand hat sich stabilisiert. Im Radio wurde darüber gesprochen, ob man dem Opfer im Supermarkt nicht irgendwie helfen konnte. Es waren ja Kunden im Supermarkt. Das Video der Sicherheitskamera zeigt den heldenhaften Kampf des Opfers gegen den Terroristen. Hätte nicht einer der Kunden eine Konservendose auf den Angreifer schmeißen könne, war die Frage des Moderators im Radio. Instinktiv hatten sich wohl alle schnell entfernt. ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wenn ich gerade beim Einkaufen gewesen wäre und ein Terrorist wurde mit einem Messer um sich stechen. Ich wünsche dem Opfer, er ist Vater von 5 Kindern, eine schnelle Genesung.

Heute Nachmittag gegen 16 Uhr werden die Strassen hier im Stadtzentrum für den Verkehr geschlossen werden, dann werden um die zehntausend Menschen zur jährlichen Pride-Parade erwartet. Ja, es ist wieder soweit, so ein Jahr vergeht doch sehr schnell. Die Polizei bemüht sich darum, das die Parade ohne Störungen vonstatten gehen kann. Dabei wird man auch dem Mädchen Shira Benkin gedenken, das bei der Parade vor zwei Jahren von einem ultra orthodoxen Juden erstochen worden war. Ich hoffe, heute wird diese Parade ohne Zwischenfälle verlaufen, und nur Freude verbreiten. Jed er Mensch soll so leben, wie er es gerne möchte. Hier beginnt der Friede, beim gegenseitigen Verständnis.

Und nun wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und friedlichen Donnerstag, morgen ist schon wieder Freitag, Wochenende.. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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