Israel Heute Morgen

Ein heißes Wochenende liegt hinter uns, ein sehr heißes sogar. Ein paar Worte über den heute Abend beginnenden Gedenktag an die Opfer des Holocaust, Gedenken im Wohnzimmer, der Besuch bei einer Überlebenden, die Notwendigkeit, nie zu vergessen und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!
Ein heißes Wochenende liegt hinter uns, ein sehr heißes sogar. Bei uns in Modi’in stieg das Thermometer auf bis zu 39 Grad an, nicht weit von der 40 Grad Marke entfernt. Heute früh war die Hitze verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. In der Nacht hat es einen Temperatursturz von um die 17 Grad gegeben. Endlich gibt es wieder frische Luft zum Atmen. Aber keine Sorge, ab Mittwoch wird es wieder wärmer, der nächste Sharav steht vor der Tür.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem deutlichen Temperaturrückgang. Für die Jahreszeit zu kühl. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad, am Toten Meer 30 Grad, Eilat am Roten Meer 32 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth bleibt unverändert und liegt bei -212.92 m unter dem Meeresspiegel.

Heute Abend beginnt hier in Israel der Gedenktag an die Opfer des Holocaust, der „Jom Ha Shoah“. Die Geschäfte, Kinos und fast alle Restaurants werden gegen Abend geschlossen werden. Ganz Israel gedenkt den 6 Millionen Juden, die von den Nazis ermordet worden waren. Um 20 Uhr Ortszeit beginnt in der Erinnerungsstätte Yad Vashem die offizielle Gedenkzeremonie (zur Life-Übertragung bitte hier klicken, 19 Uhr deutsche Zeit), wo unter anderem unser Präsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprechen werden. Dann gibt es die Zeremonie des Zündens von 6 Fackeln, jede Fackel steht für eine Million Opfer. Die Fackeln werden von Überlebenden des Holocaust angezündet. Das ist immer ein sehr emotioneller Augenblick. Wie lange werden wir es das noch geben? Denn irgendwann wird es keine lebenden Überlebenden mehr geben.

Bild: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Frau Sarah haben am vergangenen Donnerstag die sechs Fackel-Anzünder, Überlebende des Holocaust, empfangen (Foto: Amos Ben Gershom/Flash90)

Auch in zahlreichen anderen Städten werden am heutigen Abend Erinnerungs-Zeremonien abgehalten werden. Und dann gibt es noch eine ganz besondere Initiative, von der ich Ihnen noch erzählen wollte. „Zikaron Be Salon“ heißt diese Initiative, übersetzt „Gedenken im Wohnzimmer“. Dort wird die Öffentlichkeit aufgefordert, Überlebende des Holocaust zu sich nachhause einzuladen und dann zusammen mit Freunden, Bekannten und weiteren Gästen, ihre Geschichte zu hören. Anschließend soll dann über ein Thema gesprochen werden. Man soll sich mit dem Holocaust auseinandersetzen. Auf der Internetseite dieser Initiative kann man sich eintragen, wenn man ein Gastgeber eines solchen Abend oder als Gast in einem der Wohnzimmer teilnehmen möchte. Dieses Jahr wird so ein Abend in 500.000 Wohnzimmern stattfinden. Beeindruckend.

Die Erinnerung an den Holocaust ist uns sehr wichtig. Wir dürfen nie vergessen, was damals dem Jüdischen Volk geschehen ist. Daher ist es besonders wichtig, von Überlebenden ihre Geschichten zu hören. Im vergangenen Jahr gab es in der Schule meiner Tochter ein Projekt, in dem man Überlebende besuchte, um von ihnen ihre Geschichte zu hören. Ich selbst hatte meine Tochter bei ihrem Besuch einer Überlebenden begleitet und zusammen mit ihr ihre Geschichte gehört. Es war ein sehr emotioneller Nachmittag. Wir sassen am Tisch mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen und uns gegenüber saß eine über 90 Jahre alte Frau und erzählte uns ihre persönliche Überlebensgeschichte. Unglaublich, was diese Frau als junges Mädchen durchgemacht hat. Wir können uns derartige Ereignisse gar nicht vorstellen. Mit Tränen in den Augen verabschiedeten wir uns von ihr. Es war ein ganz besonderes Erlebnis. Es ist wirklich sehr wichtig, dass wir diese Geschichten niemals vergessen werden. Später wurden diese Berichte in der Klasse aufgearbeitet und an einem besonderen Abend zusammen mit den Eltern vorgestellt, es wurde sogar ein Buch gedruckt.

Morgen früh um 10 Uhr ertönt dann eine zweiminütige Sirene zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust. Dann wird das ganze Land zum Stillstand kommen. Alle bleiben stehen, zwei Minuten lang, um der 6 Millionen zu gedenken, damit wir nie vergessen werden, damit so etwas nie wieder geschehen wird.

Tel Aviv am Holocaust Tag vor einem Jahr (Bayerischer Rundfunk)

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und friedlichen Sonntag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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