Israel Heute Morgen

Eine neue Woche hat begonnen. Noch wissen wir nicht, was uns die kommenden Tage bringen werden. Was das Wetter betrifft, so wird es weiter sehr kalt bleiben. Ein paar Worte über den Shabbat in Amona…

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Guten Morgen liebe Leser!

Eine neue Woche hat begonnen. Noch wissen wir nicht, was uns die kommenden Tage bringen werden. Was das Wetter betrifft, so wird es weiter sehr kalt bleiben. Vom Norden bis hin zur nördlichen Negev-Wüste im Süden soll es regnen und gelegentlich auch donnern. Doch was uns in Amona bevorsteht in den nächsten Tagen, dass wissen wir noch nicht.

Doch nun erst einmal das Wetter für heute in Israel:

Regenschauer vom Norden bis zum Süden mit vereinzelten Gewittern und einem Rückgang der Temperaturen, für die Jarheszeit zu kalt. Leichter Schnee auf dem Hermon-Berg. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 11 Grad, Tel Aviv 14 Grad, Haifa 13 Grad, Tiberias am See Genezareth 14 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Eilat am Roten Meer 21 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt derzeit bei -213.70 m unter dem Meeresspiegel.

Es wird heute einer der bisher kältesten Tage werden. In Jerusalem hatten wir in der Nacht nur 4 Grad, sogar in Eilat, wo es sonst meistens sommerlich warm bleibt, musste man sich Abends etwas wärmer anziehen, dort gab es Tiefsttemperaturen von 9 Grad. Der See Genezareth freut sich über den anhaltenden Regen, der Wasserpegel ist noch ein wenig gestiegen.

Und nun noch einmal zurück nach Amona. Dort hat man einen ganz besonderen Shabbat hinter sich. Hunderte von Jugendlichen haben dort den Shabbat zusammen mit den Bewohnern verbracht, um sie in ihrem Kampf gegen die Räumung zu unterstützen. Sie haben die kalte Nacht teilweise in Zelten und in Treibhäusern verbracht, aber viele von ihnen waren auch Gäste in den Häusern der Familien.

Bild: Jugendliche zu Gast in Amona (Miriam Alster/Flash90)

Es muss eine ganz besondere Atmosphäre gewesen sein. Am Freitag vor dem Beginn des Shabbats hat man sich noch auf die bevorstehende Räumung vorbereitet. Auch heute früh wurde versichert, dass man sich gewaltlos wehren werde. Und dann erreichte mich eine Meldung, dass man vielleicht doch noch eine Lösung finden könnte, der die Bewohner zustimmen würden. Vielleicht, aber nur vielleicht, werden die Menschen von Amona das sich nähernde Chanukka-Fest doch noch in ihren Häusern verbringen können. Doch dazu später mehr in den Nachrichten.

Das Nachrichtenportal Ynet berichtet heute in der ersten Meldung über das Problem der Verkehrsunfälle im Land. In der Überschrift steht, dass das Jahr 2016 das schlimmste Jahr seit 5 Jahren war, was die Zahl der Verkehrstoten betrifft. In diesem Jahr sind bereits 357 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, bereits ein Toter mehr als im letzten Jahr und das Jahr ist noch nicht beendet. Am Freitag ist auf der Autobahn 6 eine Mutter und ihr 9 Jahre alter Sohn ums Leben gekommen. Weitere drei Kinder der Mutter wurden verletzt. Am Freitagmorgen ist eine Fußgängerin überfahren worden, gestern hat sich ein Motorradfahrer überschlagen und ist ums Leben gekommen. So viele sinnlose Tragödien. Die Verkehrsunfälle sind unser größter Feind. Wir versuchen immer, uns gegen die Terroranschläge zu verteidigen, doch gegen die Verkehrsunfälle scheinen wir machtlos zu sein.

Heute Nachmittag wird der Entlassungsausschuss entscheiden, ob er ehemalige Präsident Moshe Katzav, der seit 5 Jahren eine 7-jährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung absitzt, vorzeitig aus der Haft entlassen werden kann. Zweimal wurde sein Antrag bereits abgelehnt. Seit 6 Monaten unterzieht er sich einer Therapie für Häftlinge, die Gefängnisleitung hatte sich auch schon bei dem letzten Antrag von Katzav für eine vorzeitige Entlassung ausgesprochen. Doch die Staatsanwaltschaft ist nachwievor dagegen. Das Problem ist, dass Moshe Katzav niemals gestanden hat, die Straftaten begangen zu haben. Man erwarte, dass er sich einsichtig zeige und bei den Opfern entschuldige. Das hat er nie getan, da er je weiterhin behauptet, keine Straftaten begangen zu haben. Wie dem auch sei, seit 5 Jahren ist er schon im Gefängnis, ob die verbleibenden 2 Jahre etwas nützen werden, scheint mir fraglich zu sein. 5 Jahre Gefängnis ist eine lange Zeit, bestraft worden ist er schon längst. Er war der Staatspräsident Israels. Eine sehr ungewöhnliche Situation. Das Politiker im Gefängnis landen, ist leider nichts neues. Man könnte eine ganze Regierung auf die Beine stellen, wenn man alle ehemaligen Politiker, Minister, Ministerpräsidenten und Präsidenten, die bereits im Gefängnis waren oder noch immer sind, zusammennehmen würde. Das sieht nicht gut aus. Auch heute ist wieder ein ehemaliger Bürgermeister einer Stadt zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Meistens handelt es sich um Bestechungsdelikte, zu leicht lassen die Menschen sich von der Macht, über der sie verfügen, verleiten. Heute Nachmittag werden wir wissen, ob Moshe Katzav nachhause gehen kann.

Und noch etwas vom Sport. Maccabi Tel Aviv, im Basketball wie im Fussball, hat es zur Zeit nicht leicht. Die Basketballer wurden vor einigen Tagen in Belgrad völlig bloßgestellt, die Fußballspieler schaffen es nicht, den Tabellenletzten zu besiegen. Und auch gestern gab es ein enttäuschendes 0:0 gegen Kfar Saba. Sie finden das Tor nicht und das könnte dem georgischen Trainer den Job kosten. Der Trainer der Basketballer hat am Freutag die Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten. Von Maccabi Tel Aviv ist man eben gewohnt, dass sie überall an der Spitze stehen. Es reicht nicht, zweiter oder dritter zu sein. Daher haben es die Trainer dort viel schwerer. Aber das sind die kleinen und unwichtigen Probleme, die wir hier haben.
Eine nette Geste gab es gestern Abend im Teddy-Stadion in Jerusalem vor dem Spiel von Beitar Jerusalem gegen Petach Tikva. Vor dem Anpfiff wurde der in der verfangenden Woche verstorbenen Sängerin Ahuva Ozeri gedacht. Nicht mit einer Schweigeminute, sondern mit einem einminütigen Beifall von den Rängen und von den Spielern. Ahuva Ozeri war eine der bedeutendsten Sängerinnen der orientalischen Musik, bei uns „Mizrachi“ genannt. Sie war jemenitischer Abstammung, in Jerusalem geboren und ein großer Fan von Beitar Jerusalem. 1976, nach dem ersten Titelgewinn überhaupt, dem israelischen Pokal, sang sie das offizielle Lied für den Klub. Über die Sängerin Ahuva Ozeri werden wir in der nächsten Ausgabe unseres Israel heute Magazins berichten. Das Spiel zwischen Jerusalem und Petach Tikva endete übrigens 1:1.

Jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag und vierten Advent und für uns in Israel eine gute neue und vor allem ruhige Woche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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