Israel, das Einwandererland

Für den Internationalen Tag der Migranten, der am 18. Dezember weltweit begangen wurde, veröffentlichte das israelische Amt für Statistik die neuesten Zahlen über die Immigration ins Heilige Land.

von Michael Selutin |
Neueinwanderer aus Nordamerika Foto: Flash90

Israel hat seit seiner Gründung 1948 etwa 3,3 Millionen Immigranten aufgenommen, während es bei seiner Gründung selbst nur 806.000 Einwohner hatte. Von den 3,3 Millionen Einwanderern kamen 43,7 Prozent nach 1990 aus der ehemaligen Sowjetunion, während auch schon vor der Staatsgründung viele Einwanderungswellen aus dem damaligen Russland kamen.

Die Einwanderung nach Israel (Aliya) ist heutzutage weiterhin relativ hoch und im letzten Jahr war wieder Russland an der Spitze der Länder, aus denen Juden auswanderten. 2018 machten 28.100 Menschen Aliyah, das sind 6,6 % als im Jahr zuvor. Die meisten kamen aus Russland, gefolgt von der Ukraine, den USA und Frankreich.

In diesem Jahr sind zwischen Januar und Oktober bereits 27.300 Olim (Einwanderer) nach Israel gekommen, das sind 20 % mehr als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Die Zufriedenheit unter Einwanderern ist mit 85 % jedoch geringer, als die der Israelis, die zu 92 % mit ihrem Leben zufrieden sind.

Es gibt jedoch auch viele nichtjüdische Einwanderer, die keine Staatsbürgerschaft haben, aber seit vielen Jahren im Land leben. Ende 2018 gab es 106.200 ausländische Arbeiter, die vor allem seit 2003 legal in Israel leben. Aus dieser Gruppe kommen die meisten aus Thailand, den Philippinen, Indien, Moldawien und China. Illegale Einwanderer gab es Ende 2018 etwa 58.000, von denen die meisten aus Eritrea (71 %) und dem Sudan (20 %) kommen. In diesem Jahr gab es zum ersten Mal keine neuen illegalen Einwanderer, die Asyl beantragt haben.

Die Einwanderung nach Israel nimmt natürlich zu, wenn es Juden im Ausland schlecht geht. So gab es in den letzten Jahren, in denen der moslemische Antisemitismus in Frankreich besonders blutig war, sehr viele Einwanderer aus Frankreich, genauso wie es der Fall war, als Russland und die Ukraine Krieg führten. In den USA geht es den Juden jedoch trotz der antisemitischen Anschläge in letzter Zeit ziemlich gut, aber die Einwanderung von dort ist trotzdem hoch. Das liegt natürlich daran, dass es dort über sechs Millionen Juden gibt, aber auch daran, dass der Anteil der religiösen Juden in den USA hoch ist und für sie das Leben in Israel viele Vorteile hat. Nicht zuletzt die Möglichkeit, biblische Gebote zu erfüllen, die spezifisch mit dem Gelobten Land zu tun haben.

Die Einwanderung aus arabischen Ländern hat bereits seit vielen Jahren aufgehört, da es dort heutzutage einfach kaum noch Juden gibt. Zwischen 1948 und 1980 kamen um die 850.000 Juden aus arabischen und moslemischen Ländern nach Israel.

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