Guten Morgen Israel – Sport ist gesund

Ein paar Worte über sportliche Israelis besonders in der Coronazeit, Ausreden am Kontrollpunkt und das viel zu sommerliche Wetter mitten im Winter.

von Dov Eilon |
Jerusalem Lockdown Checkpoint Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Israelis lieben Sport und in Coronazeiten noch viel mehr. Meine Frau und ich haben es uns angewöhnt, mindestens einmal am Tag mindestens 4 Kilometer zu gehen. Das ist nicht viel, aber es tut uns gut, besonders jetzt, wo wir auf 1000 Meter eingeschränkt sind. Für den Sport darf man sich vom eigenen Haus so weit entfernen, wie man möchte, aber nur zu Fuß, nicht mit dem Auto, was diesmal besonders betont wurde. Denn das wäre ja eine gute Ausrede an einem Checkpoint, wo die Einhaltung des Lockdowns kontrolliert werden. Aber zu den Ausreden komme ich später.

Wenn meine Frau und ich und oft auch unsere Tochter unseren täglichen Lauf machen, sind wir nicht allein. Manchmal habe ich den Eindruck, als würde sich ganz Modiin auf die Olympiade oder den nächsten Marathon vorbereiten. Ständig werden wir von schnaufenden Joggern überholt. Auch jetzt höre ich vom Fenster aus die Schritte der Läufer. Ab und zu fährt auch eine Gruppe Radfahrer am Haus vorbei. Wir haben eine feste Route, die wir gehen. Sie ist um die vier Kilometer lang und führt an unserem Sportpark vorbei, wo es mehrere kombinierte Basketball-, Fußball- und Tennisplätze gibt. Dazu kommt dann noch ein Platz für Beachvolleyball und mehrere Sportgeräte zum Trainieren. Ja, ich gebe zu, unsere Stadt verwöhnt seine Bürger, wir lieben es hier. Ach ja, einen Bikepark haben wir auch, wie man in dem kommenden Video von unserem Sportpark sehen kann:


Die Sportanlage, nur 1000 Meter vom Haus entfernt

Eigentlich spüren wir diesen Lockdown kaum. Lebensmittelgeschäfte und andere für den Haushalt wichtige Geschäfte haben weiter offen, es fehlt uns eigentlich an nichts. Natürlich vermissen wir die Besuche unseres ältesten Sohnes und die Möglichkeit, nach Tel Aviv oder woanders hinzufahren, aber da dieser Lockdown ja nicht ewig dauern wird, haben wir kein Problem damit.

Andere sehen das sicher anders, das sieht man auch auf den Straßen, die nicht unbedingt leer sind, wie man es in einem Lockdown vielleicht erwarten dürfte. Klar, es gibt immer noch genug Menschen, die zu ihrem Arbeitsplatz fahren müssen, der von den Einschränkungen ausgenommen ist, oder zu einem Artztermin fahren, auch das ist natürlich erlaubt.  Aber es gibt auch einige, die diese Ausnahmen auszunutzen versuchen.  Gestern wurden im Fernsehen einige dieser Ausreden gezeigt. Da gab es jemanden der sagte, er käme gerade vom Zahnarzt und sei auf dem Weg nach Haue. Als der Polizist ihn fragte, wo sich die Praxis des Zahnarztes befinde, meinte der Autofahrer, dass er sich nicht daran erinnere. Er hätte sich etwas besser vorbereiten sollen. Dann gab es eine ganze Familie, die dem Polizisten erklärte, dass sie die Großmutter besucht hätten, was erlaubt ist, wenn die Großmutter Hilfe benötigt. Alles in Ordnung also, oder? Leider nein, denn nach einer kurzen Kontrolle der Polizei stellte sich heraus, dass die besagte Großmutter schon vor einigen Jahren verstorben war. So ein Pech. Eine andere Frau meinte, sie sei auf dem Weg zu ihrem Mieter, der seine Miete nicht bezahlt hätte. In der Tat, ein ernstes Problem, aber nicht so dringend, dass es das Verlassen der Wohnung gerechtfertigt, wie die Polizei nett erklärte und dann einen Strafzettel verteilte.

Straßenkontrolle auf dem Weg nach Jerusalem, gestern. Nicht jeder durfte weiterfahren.

Noch etwas Geduld, dann werden wir diese ganze komische Zeit hinter uns haben, es wird nicht ewig so weitergehen. Daher versuchen wir, das Beste daraus zu machen. Und jetzt noch ein paar Worte zum Wetter. Haben Sie auch die wahnsinnigen Bilder vom Schneesturm in Madrid gesehen? Dort hat es so stark geschneit, wie seit 50 Jahren nicht mehr. Verrückt, dort herrscht klirrender Winter während wir hier fast sommerliches Wetter haben mit Temperaturen von bis zu 25 Grad! Dabei gab es auch hier bei uns einige beeindruckende Winter, wie man in diesem Video vom Dezember 2013 sehen kann. Damals bekamen die Jerusalemer den Lockdown von der Natur aufgezwungen, Jerusalem war einige Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Und jetzt? Wir erleben die längste Trockenperiode im Winter seit 50 Jahren, wie gestern in den Nachrichten berichtet wurde. Eigentlich sollte im Januar der meiste Regen fallen, doch bis jetzt versteckt er sich. Die Landwirte haben schon damit begonnen, die Felder zu bewässern. Aber mit der Trockenheit soll ab Mitte der Woche endlich Schluss sein.

Sommer mitten im Winter, Tel Aviv

Das Wetter für heute in Israel

Auch heute bleibt es sonnig mit für die Jahreszeit viel zu hohen Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 20 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Beersheva 24 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.95 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 115 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Montag. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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