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Guten Morgen Israel – Leere Busse und Corona

Das Coronavirus bestimmt immer mehr unseren Alltag. Die Busse sind leerer, die Fahrzeit nach Jerusalem deutlich kürzer.

Guten Morgen Israel – Leere Busse und Corona
Dov Eilon

Heute und auch schon gestern bin ich deutlich früher in Jerusalem angekommen. Das lag nicht daran, dass ich früher aus dem Haus gegangen bin oder einen anderen Bus genommen habe. Nein, die Busse, gestern wie auch heute, waren einfach viel leerer als sonst. Und auch auf den Straßen fuhren viel weniger Autos, den sonst üblichen Stau am Eingang zur Stadt gab es einfach nicht.

In den Nachrichten wurde erzählt, dass sich jetzt um die 80.000 Israelis in der Selbstisolierung zu Hause befinden. Dazu kommen tausende Touristen, die am Wochenende das Land verlassen haben aus Angst, wegen der gestrichenen Flüge nicht mehr nach Hause kommen zu können. Bei meinem Fußweg durch die Stadt habe ich immer sehr viele Touristen angetroffen, jetzt sind kaum noch welche da. Nach Israel kann eh kaum noch ein Tourist einreisen. Im Radio wurde von weiteren Ankündigungen des Gesundheitsministeriums in Bezug auf den Umgang mit der Ausbreitung des Virus gesprochen. Das Coronavirus hat die Kontrolle über unseren Alltag übernommen.

Absolute Leere auf dem Flughafen

 

Ich erinnere mich noch genau, wie diese ganze Sache begann. Mit einer Radiomeldung über ein neues und geheimnisvolles Virus mit dem eigentlich doch schönen Namen Corona. Es wurde von einer einstelligen Zahl von Infizierten in China gesprochen. In dem Moment habe ich noch nicht gedacht, dass sich das Virus derartig schnell ausbreiten wird. Heute befinden wir uns eigentlich in einer neuen Zeit, eine neue Realität, wo es auf der einen Seite die Infizierten gibt und auf der anderen Seite die Gesunden, die sich davor fürchten, von den Infizierten angesteckt zu werden. Absolut ein Szenario für einen Kinofilm, aber es gibt ja schon nicht wenige Filme, die sich mit der Ausbreitung eines tödlichen Virus beschäftigen. Und jetzt sehen wir Bilder aus Norditalien, wo bewaffnete Polizisten darauf achten, dass niemand die Grenze der in Qarantäne gestellten Gebiete überschreitet.

Normalerweise würde man bei uns jetzt über die Folgen der letzten Wahlen zur Knesset sprechen, doch die ersten Artikel darüber erscheinen heute in der Zeitung Jediot Achronot erst auf der Seite 14. Die ersten Seiten sind voll mit Berichten über Corona. Corona ist jetzt überall.

Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird, wir warten auf die täglichen Berichte des israelischen Gesundheitsministeriums. Dessen Direktor erinnert mich an andere Krisenzeiten, wie zum Beispiel den Gaza Krieg oder auch den Golfkrieg, wo wir täglich vom Armeesprecher über die aktuelle Lage informiert wurden. Niemand kannte den Namen des Direktors des Gesundheitsministeriums, heute kennt ihn jeder.

Jeder kennt ihn: Moshe Bar Siman Tov – Direktor des Gesundheitsministeriums

 

Und jetzt noch etwas Positives. Endlich ist es wärmer geworden (man sagt, dass das Coronavirus keine Wärme mag). Ist der Frühling auf dem Weg zu uns?

 Hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt bis heiter mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Temperaturen. Für die Jahreszeit etwas zu warm. Im Norden und in den Bergen weht ein starker östlicher Wind. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 27 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 28 Grad, am Toten Meer 26 Grad, Beersheva 27 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um weitere anderthalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.56 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 76 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Und jetzt wünsche ich Ihnen auch im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute einen angenehmen Montag. Bleiben Sie gesund!

 

Schalom aus Jerusalem!

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