Die UNESCO hat die neunte Weltkulturerbe-Stätte in Israel ernannt: die Grabanlage von Beit She’arim. Sie liegt im Norden Israels, rund 20 Kilometer von Haifa entfernt, und besteht aus insgesamt 33 Katakomben, die aus dem 2. bis 4. Jahrhundert stammen. Fast wäre noch eine weitere Stätte hinzugekommen, doch den Zuschlag bekam Jordanien: Die Taufstätte am Jordan (Foto). Die christliche Pilgerstätte befindet sich neun Kilometer nördlich des Toten Meeres.
Die unterirdische Grabanlage Beit She’arim war schon früh der wichtigste jüdischen Friedhof außerhalb Jerusalems. Zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten sind dort bestattet, unter anderem Rabbi Jehuda Ha’Nasi. Die Katakomben seien „ein Schatz von Kunstwerken und Inschriften auf Griechisch, Aramäisch und Hebräisch“, so die UNESCO in ihrer Erklärung.
Zu den anderen israelischen Weltkulturerbe-Stätten gehören die Höhlen von Beit Guvrin, Masada, die Altstadt von Akko, die „Weiße Stadt“ in Tel Aviv, die Ruinen der biblischen Siedlungshügel in Meggido, Hatzor und Beersheva sowie die Stätten der menschlichen Evolution im Karmelgebirge.
Seit vielen Jahren streiten sich Israel und Jordanien bereits um die Taufstelle am Jordan. Es geht um den genauen Ort, an dem nach christlicher Überlieferung Jesus von Johannes dem Täufer getauft wurde. In Jordanien wird nun gejubelt, da die Entscheidung der UNESCO der Diskussion um israelische Ansprüche ein Ende setze. Jordanien wirft Israel vor, christliche Touristen aus aller Welt an den „falschen Taufort“ zu locken. Die UNESCO habe nun die Sache entschieden: Jesus sei am jordanischen Ufer des Jordan getauft worden. Bislang kommen an die israelische Taufstelle des Jordans pro Jahr rund 300.000 christliche Pilger, auf die jordanische Seite am gegenüberliegenden Ufer hingegen „nur“ 100.000.
Foto: Miriam Alster (Flash90).




