Geflügelter Mossad-Agent über Saudi-Arabien gefangen genommen

Schicksal eines unschuldigen Geiers aus Israel ungewiss

Geflügelter Mossad-Agent über Saudi-Arabien gefangen genommen
Doron Horowitz/Flash 90

Bekanntlich ist der Mossad für die Sicherheit Israels außerhalb seiner Grenzen verantwortlich und setzt manchmal viele unterschiedliche Agenten mit verschiedensten Identitäten ein, um die arabischen Länder zu infiltrieren. Die meisten Mossad-Agenten sind Israelis, aber oft rekrutiert die Organisation auch Spione aus anderen Ländern, die entsandt werden, um Israels Feinde entsprechend den besonderen Fähigkeiten, die diese Aufgabe erfordert, zu infiltrieren. In diesem Fall wurde, wie in der Vergangenheit nicht anders, ein Spezialagent rekrutiert.

Ein kürzlich erschienener Twitter-Post berichtete über einen Mossad-Agenten, der im Norden Saudi-Arabiens gefangen genommen wurde. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Agenten um einen Geier. Laut dem offiziellen saudischen Bericht war der „Mossad-Agent“ ein israelischer Geier, der mit Foto- und „Spionageausrüstung“ ausgestattet war. „Helden“ der saudischen Sicherheitskräfte waren dabei, ihn unter Arrest und Verhör im Gefängnis zu stellen. Das Video zeigt saudische Jugendliche vor Ort, die sagen, dass sie keine Auszeichnungen für die Gefangennahme verlangen, sondern dass sie saudische Staatsbürger seien, die ihre Heimat und die „Sicherheitsdienste“ lieben (was hätten sie sonst auch sagen sollen, als saudische Beamte zur Untersuchung kamen). Es ist nicht klar, was das Schicksal des armen Geiers betrifft, aber die Chancen stehen gut, dass er hingerichtet wird.

Doch leider ist der unschuldige Geier überhaupt kein Mossad-Agent, sondern ein Geier mit einem Ortungsgerät, das vom Veterinäramt der Universität Tel-Aviv an seinem Körper befestigt wurde. Die Abteilung untersucht den Zug von Vögeln in der Region.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein „Mossad-Agent“ in arabischen Ländern erwischt wird. Tatsächlich wurde vor einigen Jahren ein Geier im Libanon gefangen genommen und sofort verdächtigt, ein israelischer Versuch zu sein, die Hisbollah, die Dschihad-Kämpfer an der Nordgrenze Israels, auszuspionieren.

Vor etwa 9 Jahren fingen die Ägypter einen Hai an der Küste des Sinai und vermuteten sofort, dass die Israelis den Fisch geschickt hatten. Diese Gerüchte wurden von ägyptischen Beamten in der ganzen Welt verbreitet. „Man sagt, der israelische Mossad habe einen tödlichen Hai im Roten Meer ausgesetzt, um den Tourismus in Ägypten zu schädigen“, sagte der Gouverneur des Bezirks Süd-Sinai, Muhammad Abd al-Fadil Shusha, gegenüber einer ägyptischen Nachrichtenagentur.

Haie, fleischfressende Vögel, Tauben, Störche und sogar Eichhörnchen sind allesamt Tiere, von denen berichtet wurde, dass sie in den letzten Jahren vom Mossad benutzt wurden. So seltsam es auch klingen mag, viele Menschen glauben an diese Geschichten und einige der Tiere wurden tatsächlich als Strafe für die Zusammenarbeit mit dem „brutalen Mossad“, der die Araber mit allerlei Tricks ausspioniert, hingerichtet. Es ist klar, dass die meisten dieser Berichte aus arabischen Ländern stammen und somit das Ergebnis einer aktiven arabischen Fantasie sind, die gerne ungewöhnliche Aktivitäten auf Verschwörungen des Mossad zurückführt.

Ein Großteil dieser Hysterie geht auf das Trauma im Zusammenhang mit dem israelischen Spion Eli Cohen zurück, der in den 1960er Jahren in Syrien eingedrungen war und sogar vom syrischen Präsidenten zum Verteidigungsminister Syriens ernannt wurde. Die Araber im Nahen Osten haben den Skandal und das Trauma der Cohen-Affäre noch nicht überwunden und neigen dazu, der israelischen Spionagebehörde viele interne Probleme und ungewöhnliche Vorfälle zuzuschreiben.