Ein Stadion voller Talmud Meister

Der Talmud ist die Grundlage des jüdischen Gesetzes und bildet das Lehrmaterial für das Volk des Buches für Jung und Alt.

MET Stadion New York
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Wenn man von der jüdischen Lehre oder dem Bibelstudium spricht, handelt es sich normalerweise um das Studium des Talmud. Er wurde in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung zusammengestellt, editiert und überarbeitet, bis er etwa am Ende des vierten Jahrhunderts geschlossen wurde. Seitdem sind immer neue Kommentare, Erläuterungen und Analysen hinzugekommen, sodass „Der Talmud“ ein riesiges Werk geworden ist, das man ein Leben lang lernen kann.

Daf Jomi

Eine Bewegung, die die Lehre des Talmud unterstützt und sie zusätzlich nutzt, um die in der Welt verstreuten Juden zusammenzubringen, nennt sich „Daf Jomi“ in etwa „Tägliches Blatt“. Hierbei lernt man jeden Tag eine bestimmte Seite des Talmud, der 2711 Seiten umfasst und nach siebeneinhalb Jahren hat man den gesamten Talmud gelernt. An dieser Aktion nehmen weltweit hunderttausende Juden in jedem Alter teil, wobei das Studium sehr anspruchsvoll ist, denn der Talmud ist teilweise in Hebräisch und aramäisch geschrieben und die Inhalte sind sehr schwer zu verstehen. Wer die Zeit hat, kann solch eine Seite den ganzen Tag lernen, wer jedoch einen Job und eine Familie hat, muss jedoch auch mindestens eine Stunde investieren, um zu sagen, dass er ein Daf gelernt hat. Alles basiert hier natürlich auf dem eigenen Ermessen, niemand wird kontrolliert und natürlich ist alles freiwillig.

Ein volles Stadion in New York

Wer es jedoch schafft, jeden Tag eine Seite zu lernen, kann am Ende der siebeneinhalb Jahren an einer riesigen Party teilnehmen, die in einem Football Stadion in New York stattfindet und sich „Sijum HaSchas“ nennt – in etwa „Fertigstellung des Talmud“. Am 1. Januar fand wieder solch eine Party im Mets-Stadion in New York statt und über 90.000 Teilnehmer kamen zusammen. Nicht nur das Ereignis selbst war ein sehr emotionales Erlebnis, denn wer es schafft so viele Jahre jeden Tag diese „Gehirnakrobatik“ durchzuziehen, kann durchaus stolz auf sich sein.

Vor dem Hintergrund der antisemitischen Angriffe in New York in letzter Zeit, hatte dieses Ereignis jedoch noch einen weiteren emotionalen Aspekt. Es zeigte, dass das jüdische Leben in der Metropole und auch in den gesamten USA weiterhin stark und gesund ist. Die 90.000 fast ausschließlich orthodoxen Juden setzten ein Zeichen für ihre Präsenz in Amerika. Das mit schwarz-weiß gekleideten Männern gefüllte Stadion der New York Mets verdeutliche auch, was die Masse der Juden begeistert – Die Lehre des göttlichen Wortes.

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