MitgliederBibi zwischen Macht und Rhetorik

Egal, wie das Wahlergebnis ausfallen wird, Netanjahu bleibt Israels einziger Redekünstler.

von Aviel Schneider |
Netanjahu Foto: Kobi Gideon / GPO

Die Rede ist das stärkste Werkzeug in der Politik. Mit guter Redekunst lenkt man die Meinung des Volkes zu seinen Gunsten. Das wusste schon König Salomo, der sagte: „Leben und Tod liegen in der Macht der Zunge“. Ein guter Redner kann seine Zuhörer fesseln und überzeugen. Er schafft es, dass Inhalte im Gedächtnis bleiben. In der Bibel erscheinen wichtige Reden mit großartiger Rhetorik. Dem größten Volksführer Israels, Mose, fehlte die zum Reden geschickte Zunge. Er verstand, dass er einen Rhetoriker brauchte, um das Volk zum Auszug in das Gelobte Land zu bewegen. Dafür wählte er seinen Bruder Aaron.

Im modernen Israel versteht dies keiner besser als Benjamin Netanjahu. Er beherrscht die Rhetorik wie kein anderer. Dies geben sogar seine Gegner unumwunden zu. Das politische Naturtalent versteht es, rechte Positionen zu besetzen. Einen großen Anteil an dieser selbstherrlich anmutenden Souveränität dürfte Lilyan Wilder haben. Bei der amerikanischen Rhetorik-Trainerin nahm Netanjahu in den 1980er Jahren Sprechunterricht. Aber er lernte auch Rhetorik von biblischen Figuren, darunter Juda. Heute nutzt Netanjahu vor allem soziale Medien,...

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