Die israelische Geschäftskultur

Wenn israelische Unternehmen immer mehr expandieren und ihre Innovationen weltweit vertreiben, ist es an der Zeit, etwas über die israelische Geschäftskultur zu lernen.

von Michael Selutin |
Für Israelis gehören kreative Arbeit und... Foto: Gili Yaari/Flash90

Für Israelis gehören kreative Arbeit und… …freundschaftliche Beziehungen der Mitarbeiter zusammen.

 

Nicht wenige Geschäftsleute sind überrascht, wenn sie mit Israelis in Kontakt kommen. Osnat Lautman, hat ein Buch über die israelische Business-Kultur veröffentlicht.

 

Informell

Die israelische Geschäftswelt ist von einem lockeren Stil geprägt. Man kleidet sich nicht streng und geht ungezwungen miteinander um. So kommt es, dass ein Israeli einem Besucher, den er erst seit Minuten kennt, plötzlich private Fragen stellt wie: „Sind Sie verheiratet? Haben Sie Kinder?“ Unter Kollegen redet man sich mit dem Vornamen an. Besucher sollten daher nicht überrascht sein, wenn sie schon nach kurzer Zeit mit ihrem Vornamen angesprochen werden, das gilt in Israel nicht als unverschämt.

Direkt

In Israel muss man kein Psychologe sein, um sein Gegenüber zu verstehen. Was gesagt wird, das ist auch so gemeint. Wenn ein Israeli denkt, dass jemand im Unrecht sei, dann sagt er einfach: „Du liegst da falsch.“ Wenn ein Israeli jemanden zu sich nach Hause einlädt, ist das keine höfliche Floskel. Vielmehr erwartet er, dass man wirklich auftaucht. Wenn man ihn nach seiner Meinung fragt, denkt er, dass man sie wirklich hören will und er sagt bereitwillig, was er denkt.

In europäischen Ländern kann man eine Unstimmigkeit ausdrücken, indem man zum Beispiel sagt: „Ihr Vorschlag ist interessant. Lassen Sie uns später darüber sprechen.“ Diese verhüllte Ablehnung ist für Israelis jedoch verwirrend, es kann sein, dass sie nicht verstehen, dass damit einfach „Nein“ gemeint war.

Risikofreudig

Israel ist ein Land von ehrgeizigen Unternehmertypen, die Risiken eingehen. Israelis haben kein Problem damit, schwierige und unbequeme Fragen zu stellen und alle Möglichkeiten auszuloten. Sie verlieren ihr Ziel nicht aus den Augen, auch wenn sie sich nicht immer an Zeit- und Arbeitspläne halten.

Laut

Besuchern erscheint Israel wie ein Bienenstock, der unaufhörlich Geräusche macht. So ist es auch im persönlichen Umgang. Man verspürt eine ungewohnte Lautstärke beim Sprechen und eine intensive Körpersprache. Das Gestikulieren führt auch zum wiederholten Berühren des Gesprächspartners. Man sollte das wissen, um sich gegebenenfalls nicht bedrängt zu fühlen. Israelis knüpfen Freundschaften bei der Arbeit, die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmt eher als in anderen Ländern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Israelis im Büro mit der Familie telefonieren, aber sie nehmen auch Arbeit mit nach Hause und rufen auch schon mal zu später Stunde einen Kollegen an.

Improvisierend

Die israelische Kultur ist nicht denkbar ohne Improvisation. Man denkt über den Tellerrand hinaus. Das bedeutet, dass man zwar nach einem bestehenden Plan vorgeht, der aber immer wieder überdacht und geändert wird, bis das Ziel erreicht ist. Wer daran gewöhnt ist, nach strengen Vorgaben zu arbeiten, empfindet die israelische Improvisationskunst und Spontaneität, was Änderungen von Planungen angeht, möglicherweise als schwierig.

 

 

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