Das jüdische Volk ist durch drei große Katastrophen gegangen, die hinsichtlich der Religion bedeutende, nachhaltige Veränderungen nach sich zogen. Aus der ersten Katastrophe, der Zerstörung des ersten Tempels, gingen Esra und Nehemia hervor. Die Große Versammlung, der Sanhedrin, läutete das Ende der Ära der Propheten ein. Die Große Versammlung entwickelte die Religion auf der Grundlage des mündlich überlieferten Gesetzes. Aus der zweiten Katastrophe, der Zerstörung des zweiten Tempels, erwuchs das um die Synagoge zentrierte Judentum. Die dritte Katastrophe, der Holocaust, forderte den Juden ab, eine neue jüdische Welt auf der Asche der zerstörten aufzubauen.
Die größte Herausforderung ist das scheinbare Schweigen Gottes während der schrecklichen Jahre des Holocaustes, auf das sich viele berufen, deren Glauben Schaden genommen hat. Eine weitere Herausforderung ist das Bedürfnis, das Judentum zu aktualisieren, damit es auch in einer modernen Welt, die dem Judentum oft entgegenzustehen scheint, seinen inneren Wert bewahrt. Nicht zuletzt ist es eine weitere Herausforderung, als freies Volk im eigenen Land eine jüdische Welt zu gestalten. Das Judentum mutet an wie eine...
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