Der ursprüngliche Ölreichtum

Araber und Juden genießen gemeinsam Israels Olivenernte

von David Shishkoff |
Olivenernte Foto: Yaniv Nadav/FLASH90

Die Luft ist dick, gefüllt von einem berauschenden Duft und dem Geräusch summender Maschinen.

Es ist Zeit für die Olivenernte, und ich besuche die nahe gelegene Olivenölanlage im freundlichen israelisch-arabischen Dorf Turan. Ich sehe Nazareth und Kana von der anderen Seite des einige Kilometer breiten trockenen galiläischen Tals aus, durch das die alte Straße nach Kapernaum und in den Osten führte.

Der Eigentümer der Olivenölanlage ist Musa. Zu anderen Zeiten des Jahres verkauft er Automobilzulieferteile. Aber in diesen Monaten, von Mitte Oktober bis Mitte Dezember, arbeiten er und andere Mitglieder seiner Großfamilie fast rund um die Uhr und verarbeiten unzählige Säcke voller frisch geernteter Oliven. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Es wäre eine Schande, wenn die Oliven ungepflückt auf die Erde fallen und verschwendet würden. Im Hebräischen lautet das Wort für Öl „Shemen“. Das Wort Sahne – „shamenet“ – stammt von der gleichen Wurzel.

Sowohl Juden als auch Araber sind hier. Sie feiern gemeinsam die Ernte. Der Segen des robusten Olivenbaums ist reich. Familien, die Olivenbäume besitzen, ernten sie oft gemeinsam und nehmen sich sogar eine Auszeit von ihrer modernen Arbeit. Es ist harte Arbeit, die meist von Hand erledigt wird. Die Familien bewahren das Öl in gelben Plastikkrügen auf, um es in den nächsten 12 Monaten bis zur nächsten Ernte zum Kochen und für Soßen zu verwenden. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der lokalen Kultur, und zwar ein gesunder, denn Olivenöl gilt als sehr gesund.

Frisches Olivenöl (Olivier Fitoussi/Flash90)

Eine reife Olive ist bitter. Um sie zu verzehren, muss sie in einer Salzwasser-Sole behandelt werden, in der Regel monatelang.

Die Gewinnung des Öls geht viel schneller. Sie müssen nur ein paar Stunden in der Schlange bei Ihrer örtlichen Olivenölpresse warten. Die lauten Maschinen waschen und pulverisieren die Oliven und schleudern dann die entstandene Maische durch Zentrifugieren, um den Ölanteil abzutrennen. Cremiges, gelb-grünes Öl ergießt sich reichlich aus einem Edelstahlzapfen.

Das erinnert mich an eine Bibelstelle. II. Könige 4 erzählt von der wundersamen Versorgung einer verschuldeten Witwe mit Olivenöl… Auf Elishas Anweisung gießt die Witwe immer wieder Öl aus ihrer einen kleinen Flasche Öl in einen Behälter nach dem anderen und leiht sich sogar Behälter von den Nachbarn. Am Ende reicht der Wert ihres auf wundersame Weise vervielfachten Olivenöls aus, um die Schulden der Witwe zu bezahlen und sie finanziell wieder auf die Beine zu bringen. Ölreichtum im Mittleren Osten für den größten Teil der Geschichte – bedeutete Olivenöl und nicht Benzin! (Siehe I Könige 5:10-11)

Musa stellt seinen Kunden frisch gepresstes Olivenöl auf den Tisch, dazu Fladenbrot zum Eintauchen in das Öl und kleine Tassen mit starkem „türkischem“ Kardamomkaffee. Das frische Olivenöl ist scharf – man spürt die Hitze im hinteren Teil der Kehle, wenn es hinuntergeht. Es herrscht eine erdige Kameradschaft, wenn die Leute ihr Fladenbrot eintauchen und über den diesjährigen Olivenertrag plaudern. Es scheint mir, dass sie einen Segen genießen. In der Tat war Olivenöl in der Bibel ein Symbol für Salbung und Segen.

 

Dann gerät der Herr in Eifer für sein Land und hat Mitleid mit seinem Volk. Und der Herr wird antworten und zu seinem Volk sprechen: Siehe, ich sende euch Korn, Most und Öl, daß ihr davon satt werden sollt, und ich will euch nicht mehr der Beschimpfung preisgeben unter den Heidenvölkern;

(Joel 2:18-19)

 

 

Anmerkung der Redaktion: In den letzten Jahren hat Israel Heute mit Ihrer Hilfe in der Negev-Wüste im Süden Israels große Olivenhaine zur Produktion von Olivenöl angelegt.

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