Der erste unterirdische Friedhof der Welt

50 Meter unter der Erde wurde gestern in Jerusalem der erste unterirdische Friedhof der Welt eingeweiht.

von Israel Heute Redaktion |
Untergrundfriedhof Jerusalem Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Jedes Jahr werden in Jerusalem ungefähr 3.500 Menschen beerdigt. Mit voranschreitender Zeit, wachsender Bevölkerung und aufgrund des Wunsches vieler, in der heiligen Stadt beerdigt zu werden, entwickelt sich derzeit in Jerusalem ein echtes Platzproblem.

Doch nun scheint eine Lösung dafür gefunden worden zu sein. „Der äußere Teil der Welt ist sehr voll und es gibt nicht viel Platz, sich auszudehnen. Doch man muss nur unter die Erde gehen und es wartet eine ganze Welt auf einen“, erklärte Adi Alfandri, Akquisitionschef von Roltzur, einer Ingenieursfirma für Tunnel, das Projekt, an dem Roltzur zusammen mit der Bestattungsgesellschaft „Kehilat Yerushalayim“ arbeitet.

Die Lösung ist ein Untergrundfriedhof, der aus einem Tunnelsystem 50 Meter unter der Erde besteht. Hier werden Gräber auf dem Tunnelboden und in den Seitenwänden in den Jerusalemberg hinein eingerichtet. Insgesamt soll die Struktur in den nächsten zwei Jahren für 24.000 zusätzliche Gräber sorgen. 8.000 davon sollen schon Ende dieses Jahres verfügbar sein.

 50 Meter unter der Erde

Bei der Einweihung des unterirdischen Friedhofs, die am Mittwoch stattfand, sprach Jerusalems Bürgermeister Mosche Leon: „aus Zion wird die Thora hervorgehen. Das Projekt „Minharot Olam“ ist einzigartig und stellt eine Innovation in der Bestattungsbranche in Israel und auf der ganzen Welt dar. Die Durchführung des Projekts erfolgte mit größtmöglicher Sorgfalt bei der Erhaltung der Umwelt und der Grünflächen sowie bei der Maximierung der Ressourcennutzung des Landes. Ich bin stolz darauf, der Bürgermeister einer Stadt zu sein, die sich für ihre Lieben für ein respektables und ehrenhaftes Begräbnis einsetzt.“

Genau darauf wird auch bei der Konstruktion und Gestaltung geachtet. Zwar ist der Friedhof unterirdisch, doch die Umgebung soll trotzdem respektvoll und angenehm sein —nicht, wie man sich einen Untergrundfriedhof vielleicht vorstellt. Dafür werden die Wände mit Jerusalem-Stein versehenen die Böden beleuchtet. Doch vor allem stehen die besonderen „Lichtsphären“ im Fokus, die die Tunnel erhellen.

Rote Sonne unter der Erde

Die großen Glassonnen wurden vom deutschen Künstler Yvelle Gabriel erschaffen. Sein Ziel ist es, dass die Lichtsphären „sinnbildlich die Aura und Lichtkraft der Sonne — der Fackel des ewigen Lebens — in die dunklen Katakomben bringen“

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