„Breaking the Silence“ und das Dilemma des israelischen Botschafters in Deutschland

Die israelischen Botschaften in Europa wurden aufgefordert, gegen den Sprecher der Organisation „Breaking the Silence“ vorzugehen. Für den israelischen Botschafter in Deutschland keine leichte Sache. Er ist sein Vater.

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In den vergangenen Tagen ist die Organisation „Breaking the Silence“ in den Schlagzeilen. Es geht um die Aussage des Sprechers der organisation, Dean Issacharoff, wonach er während seiner Armeezeit einen Palästinenser geschlagen hätte. Nach Untersuchung des Falles kam die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss, das Issacharoff gelogen hätte. Kurz danach protestierte der Sprecher gegen die Schließung des Falles gegen ihn und erklärte, die Staatsanwaltschaft haben den falschen Palästinenser vernommen (Artikel).

„Breaking the Silence“ ist eine Organisation ehemaliger Soldaten der Armee, die die israelische Armee und den Staat Israel in ein schlechtes Licht rückt, sie verbreiten angebliche Erlebnisberichte, wonach israelische Soldaten Palästinenser schlagen und misshandeln würden. Bildungsminister Naftali Bennet hat der Organisation nun untersucht, israelische Schulen zu besuchen. Das israelische Außenministerium hat ihre Botschaften und Auslandsvertretungen in Europa aufgefordert, die Aktivitäten von „Breaking the Silence“ nicht zu unterstützen und gegen den Sprecher, Dean Issacharoff, vorzugehen.

Diese Anweisung ist für den erst vor kurzer Zeit in sein Amt getretenen israelischen Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, ein Dilemma. Er ist der Vater von Dean, dem Sprecher von „Breaking the Silence“, gegen den er nun vorzugehen hat.

Die stellvertretende israelische Außenministerin Tzipi Hotovely erklärte, dass die Aufforderung nicht persönlich gegen den Botschafter in Deutschland gerichtet sei. Die Anweisung sei an alle Auslandsvertretungen gesandt worden. „Unser Botschafter in Berlin ist ein hervorragender und ehrenhafter Mensch und man muss seine anerkannte diplomatische Arbeit von der Mitarbeit seines Sohnes in dieser für Israel problematischen Organisation zu trennen wissen“, sagte sie.

Unterdessen geht der Streit um die Frage, wen der Sprecher Dean Issacharoff nun geschlagen haben soll, wenn überhaupt, weiter. Die Organisation präsentierte ein neues Video, in dem Dean Issacharoff als Soldat zu sehen ist, wie er einen Palästinenser abführt. Diesen Palästinenser hätte er, seiner Aussage zufolge, auch geschlagen. Die Staatsanwaltschaft bleibt derweil bei ihrem Beschluss, die Untersuchung sei gründlich durchgeführt worden. Die Zeitung Jediot Achronot bot Issacharoff an, seine Aussage mithilfe eines Lügendetektors zu bestätigen. Dies wurde abgelehnt mit der Begründung, man wolle eine laufende Untersuchung der Staatsanwaltschaft nicht stören.

Die Zeitung Maariv veröffentlichte heute eine Karikatur zum Thema:

„Sperrt mich ein!“ – „Lasst mich raus!“ – Einer will rein (Issacharoff), ein anderer will raus (Azaria)

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