Biblische Düfte aus der Judäischen Wüste

Das Harz des antiken Balsambaums (Commiphora Gileadensis), auf Hebräisch Afarsemon genannt, galt einst als die begehrenswerteste Myrrhe der Welt.

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Foto: Israel Heute

Eine Farm in der Nähe des Toten Meeres ist heute der weltweit einzige Ort, an dem diese offiziell vom Jerusalemer Tempelinstitut und von Rabbinern anerkannte biblische Myrrhe-Art angebaut wird. Ihr Duft soll bereits den Tempel in Jerusalem ausgefüllt haben, mit ihren Ölen rieben sich die judäischen Könige ein, Kleopatra liebte das aus dem Balsam hergestellte Parfüm. So wertvoll muss Balsam gewesen sein, dass einige Historiker vermuten, die drei Weisen aus dem Morgenland haben Jesus neben Weihrauch und Myrrhe auch Afarsemon (mit dem Wort Gold bezeichnet) gebracht.

In der Bibel lesen wir erstmals von Balsam, als Josefs Brüder ihn in eine Grube werfen und gerade eine Karawane von Ismaelitern mit einer duftenden Lieferung vorbeikommt. „Darauf setzten sie sich nieder, um zu essen. Als sie aber ihre Augen hoben und sich umsahen, siehe, da kam eine Karawane von Ismaelitern von Gilead daher, deren Kamele trugen Tragakanth, Balsam und Ladanum, und sie zogen hinab, um es nach Ägypten zu bringen.“ (1. Mose 37,25)

Neben Afarsemon wird auf der Farm auch der Weihrauchstrauch Boswellia Sacra (Levona) angebaut. Er lieferte die Hauptzutat für den im Tempel verwendeten Weihrauch, dem wichtigsten verwendeten Bestandteil überhaupt für die alte Räucheropfer-Mischung (Ketoret).

Auf der Farm wird das Salböl aus der Zeit des Ersten, Zweiten und Dritten Tempels nachgeahmt und in bislang nur sehr kleinen Mengen verkauft. Weiterhin wird aus den Weihrauchblüten ein Honig gewonnen, der jedoch so teuer und so rar ist, dass man sich auf einer langen, im Voraus zu bezahlenden Warteliste in Geduld üben muss.

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