Gemischte Signale
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die palästinensische Regierung auf Englisch vor internationalem Publikum anders redet als auf Arabisch zum eigenen Volk. Ein und derselbe Sachverhalt kleidet sich in völlig verschiedene, meist sogar widersprüchliche Botschaften.
Im März lieferte Palästinenserchef Mahmud Abbas wieder ein gutes Beispiel für dieses Phänomen. Einer Gruppe amerikanischer College-Studenten sagte er auf Englisch: „Wir sind wirklich nicht gegen die Juden. Nein. Die Juden, die Christen, die Muslime – für uns sind alle gleich. Die heiligen Stätten werden immer allen drei Religionen offen stehen, und keiner kann irgendwen – Christen, Juden oder Muslime – davon abhalten, seine Religiösität auszuleben.“
Schon länger zurückliegend, aber immer wieder im palästinensischen Fernsehen und in den sozialen Medien wiederholt, sagte Abbas im offiziellen Fernsehen seiner Autonomiebehörde: „Wir müssen sie [die Juden] auf jede erdenkliche Art davon abhalten, auf den Tempelberg zu gehen. Sie haben kein Recht, dort hinzugehen. Sie haben kein Recht, diesen Ort zu beschmutzen. Wir müssen sie abhalten, uns ihnen in den Weg stellen, um...




