Arabisch-Hebräisches Theater in Jaffa könnte staatliche Unterstützung verlieren

Dem Arabisch-Hebräischen Theater in Jaffa steht die Einstellung der staatlichen Unterstützung bevor. Der Grund dafür soll eine den Terror verherrlichende Veranstaltung ein.

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Dem Arabisch-Hebräischen Theater in Jaffa steht die Einstellung der staatlichen Unterstützung bevor. Der Grund dafür soll eine den Terror verherrlichende Veranstaltung sein.

Das Theater in Jaffa (Foto: Creative Commons)

Das Arabisch-Hebräische Theater in Jaffa wurde im Jahr 1998 gegründet mit dem Ziel, die beiden einzigartigen und von Konflikten belasteten Kulturen unter einem Dach zu vereinigen. Dafür erhielt das Theater von der Stadt Tel Aviv ein Gebäude in Jaffa. Das Theater besteht aus zwei Theatergruppen, eine Hebräische, das „Teatron Mekomi“ (Lokales Theater), das bereits seit 1990 besteht, und der arabischen Gruppe „Al-Saraya“, die 1998 ins Leben gerufen wurde.

Das Theater wird vom Staat mit einer Summe von um die 900.000 Shekeln im Jahr unterstützt (ca. 212.000 Euro). Diese Unterstützung könnte nun eingestellt werden, nachdem es in dem Theater eine Veranstaltung zur Unterstützung der israelisch-arabischen Dichterin Dareen Tatour, die im Jahr 2015 des Aufrufs zur Gewalt und der Unterstützung des Terrors angeklagt worden war, gegeben hatte. An dem Abend der Veranstaltung mit dem Namen „Tagebücher aus dem Gefängnis“ wurden neben Briefen von inhaftierten Terroristen auch Gedichte von Tatour vorgelesen, die als Aufstachelung zur Gewalt angesehen wurden.

Nun sollen die Theaterdirektoren zu einem Gespräch mit Vertretern des Finanz-, Justiz- und Kulturministeriums geladen werden. Im Finanzministerium möchte man eine Gesetzesklausel nutzen, dass die Streichung der Unterstützung für Institutionen ermöglicht, die gewalttätige Aufruhr oder Terror gegen Israel befürworten, den Israelischen Unabhängigkeitstag als einen Trauertag begehen oder Israel das Recht, als ein Jüdischer und demokratischer Staat zu existieren, absprechen.

„Wir werden niemandem erlauben, zum Terror anzuregen oder den Staat Israel zu schaden, wir werden alle uns zur Verfügung stehenden gesetzlichen Mittel nutzen“, sagte Finanzminister Moshe Kachlon.

Die Ministerin für Sport und Kultur Miri Regev hatte bereits in der vergangenen Woche den israelischen Polizeichef Ron Alsheich aufgefordert, mit der Untersuchung gegen das Theater und den Organisatoren der Veranstaltung zu beginnen. Sie hoffe, das den Worten des Finanzministers bald Taten folgen würden, schrieb sie auf ihrem Twitterkonto.

Die Organisation für Menschenrechte in Israel verurteilte das Finanzministerium. Es würde keine juristische Grundlage für eine derartige Entscheidung geben. Der Rechtsberater der Organisation Dan Yakir sagte: „Der Abend zur Unterstützung von Dareen Tatour war ein Protest gegen die Einschränkung ihrer kreativen Freiheit, dadurch, dass sie wegen ihrer Gedichte vor Gericht angeklagt wurde. Es ist eine tragische Ironie, dass diese Veranstaltung nun dazu benutzt wird, die künstlerische Freiheit des Jaffa Theaters zu verletzen.“

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