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Christlich-israelische Beziehungen in Gefahr? Nicht wirklich…

Kirchenführer in Jerusalem wenden gern apokalyptische Rhetorik an, wenn es nicht so läuft, wie sie wollen

Jerusalemer Kirchenführer
Foto: Yaniv Nadav/FLASH90

In der vergangenen Woche haben Kirchenführer in Jerusalem damit gedroht, die Beziehungen zwischen Israel und der christlichen Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern. Der Auslöser? Eine vermeintlich bewusste Verzögerung der israelischen Behörden bei der Genehmigung des Verkaufs von Kirchenland.

Ironischerweise waren dieselben Kirchenführer nur ein halbes Jahr zuvor bezüglich eines genau umgekehrten Falles in Aufregung geraten, als israelische Beamte einen Landverkauf genehmigt und bestätigt hatten, den die Priester inzwischen wieder bedauert hatten.

Der Umgang des israelischen Justizministeriums mit den örtlichen Vertretern des Christentums muss als feindselig beschrieben werden – so beklagten sich die Oberhäupter des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Jerusalem, der katholischen Diözese und der armenisch-orthodoxen Kirche in einem streng formulierten Brief an Premierminister Benjamin Netanjahu.

Diesen Kirchenoberhäuptern zufolge habe Israels stellvertretender Generalstaatsanwalt die Stadtverwaltung von Jerusalem angewiesen, die Ausstellung einer Bescheinigung zu verschieben, die bestätigt, dass auf bestimmten Grundstücken, die die Kirche verkaufen will, keine Schulden bestehen. Ohne diese Bescheinigung kann der Verkauf nicht abgeschlossen werden.

Ohne die Bescheinigung sind also anscheinend auch die christlich-israelischen Beziehungen in großer Gefahr, muss man sarkastisch fragen dürfen?

„Das missbräuchliche Verhalten dieser Beamten könnte zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen der christlichen Welt und dem Staat Israel führen“, erklärten jedenfalls die Priester, als ob sie für alle Christen in der Welt sprächen. Sie drohten ferner mit „drastischen Maßnahmen“, falls Israel ihnen nicht sofort den Verkauf der fraglichen Ländereien gestattet. „Wir werden die Grabeskirche schließen!“, drohten sie gar.

Die Ironie der Situation besteht darin, dass der griechisch-orthodoxe Patriarch vor etwas mehr als einem Monat genau die entgegengesetzte Schlacht geschlagen hat, als er versuchte, israelische Gerichte dazu zu bewegen, den früheren Verkauf von Grundstücken direkt innerhalb des Jaffa-Tors von Jerusalem an einen Käufer, der sich als Ateret Cohanim herausstellte, zu kippen, eine Organisation, die sich für die Stärkung der jüdischen Präsenz in der Altstadt Jerusalems einsetzt. (Siehe: Kirche muss Pachtvertrag mit „Siedlern“ akzeptieren)

In beiden Fällen neigen die im Land verwurzelten traditionellen Kirchen dazu, ihre Frustration über die israelische Bürokratie mit einer fast apokalyptischen Rhetorik auszudrücken, was, offen gesagt, für alle Israelis ziemlich nervig ist.

Nach einem ähnlichen Ausbruch im Jahr 2017 forderte die Jerusalemer Stadträtin Fleur Hassan-Nahoum die Kirchenführer auf, mit geäußerten Worten verantwortungsbewusster umzugehen. Die Situation gleich zu religiösen Streitfragen zu machen, ist einer heiklen Stadt wie Jerusalem, wo eh schon viele Konflikte schwelen, nicht dienlich und macht die Stadt zu einem sehr schwierigen Ort für die Religionen. Wir leben an einem Ort, an dem eine Erklärung eines religiösen Führers am nächsten Tag Verwüstung anrichten kann“, kritisierte die Stadträtin damals gegenüber der Jerusalem Post.

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Patrick Callahan

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