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Süßigkeiten in Gaza – Regierungskrise in Israel

Während die neue Waffenruhe im Gazastreifen von vielen Israelis als Kapitulation vor dem Terror angesehen wird und Israel mit dem Rücktritt von Verteidigungsminister Avigdor Liberman in eine Regierungskrise gestürzt hat, wird in Gaza gefeiert.

Während die neue Waffenruhe im Gazastreifen von vielen Israelis als Kapitulation vor dem Terror angesehen wird und Israel mit dem Rücktritt von Verteidigungsminister Avigdor Liberman in eine Regierungskrise gestürzt hat, wird in Gaza gefeiert.

Bild: Süßigkeiten und Feierstimmung in Gaza (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)

Gaza ist in Siegesstimmung. Gestern wurde nach Bekanntwerden des Rücktritts Libermans in den Straßen Gazas Süßigkeiten an Passanten verteilt, als Freude über den Sieg der Hamas über Israel. Nach Worten des Hamas-Führers Ismail Haniye, der sich gestern erstmals seit Beginn der letzten Runde der Gewalt in der Öffentlichkeit zeigte, habe die Hamas gleich zweimal einen Sieg errungen, zunächst einen militärischen und nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister Liberman auch einen politischen.

Haniye sagte dies während eines Trauerbesuchs bei einer Familie eines durch Schüsse israelischer Soldaten ums Leben gekommenen Palästinensers. Damit zeigte er auch, dass er sich nicht vor einer israelischen Operation zur gezielten Tötung fürchte.

Zuvor wurde der Rücktritt Libermans mit einem Festzug zum Haus des Hamas-Führers gefeiert. In den sozialen Netzwerken wurden zahlreiche Karikaturen und Posts veröffentlicht, in denen Liberman verspottet wird.

In Israel ist die Stimmung alles andere als feierlich. Die meisten Israelis, besonders die Bewohner im Süden, sehen die Waffenruhe als eine Kapitulation gegenüber der Hamas an. Man erlaube der Hamas, über die Tagesordnung in Israel zu entscheiden, hieß es bei den seit gestern anhaltenden Protesten deprimierter Bürger, die 24 Stunden lang in oder nahe der Sicherheitsräume weilen mussten, als um die 500 Raketen aus dem Gazastreifen auf sie abgeschossen worden waren.

Für heute ist von den Bürgern des Südens eine Demonstration in Tel Aviv geplant, vor der Kiria, dem Hauptquartier der israelischen Armee und dem Verteidigungsministerium, was sich zur Zeit in den Händen von Ministerpräsident Netanjahu befindet.

Netanjahu muss nun entscheiden, ob er der Forderung, den Posten des Verteidigungsministeriums an Naftali Bennet vom Jüdischen Haus zu übergeben, als Bedingung für ein Fortbestehen der Koalition, oder ob er sich selbst für die Auflösung der Knesset und Neuwahlen innerhalb von 90 Tagen entscheidet. In den Medien geht man davon aus, das Netanjahu Neuwahlen vorzieht, anstatt der Drohung von Bennet nachzugeben und ihm den Posten des Verteidigungsministers zu geben.

Einer Umfrage der israelischen Nachrichten HaHadashot zufolge sind 74 Prozent der Öffentlichkeit in Israel unzufrieden mit der Handlungsweise von Netanjahu bezüglich der Eskalation im Süden des Landes. Die Partei Libermans würde bei Wahlen jetzt zwei Mandate mehr bekommen als bisher, der Likud wiederum würde mit 29 Mandaten weniger als bei früheren Umfragen bekommen.

Es scheint an der Zeit zu sein, den Wählern in Israel entscheiden zu lassen, wie es nun weitergehen soll. Die jetzige Waffenruhe beruhigt niemanden im Süden. Alle wissen, dass der Tag kommen wird, wo die Sirenen wieder heulen werden, wenn eine Rakete aus dem Gazastreifen auf dem Weg nach Israel ist.

Video: Proteste in Israel, Freude in Gaza

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Patrick Callahan

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