Der Besuch des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, der am Sonntag zu einem viertägigen Besuch in Israel gelandet ist, hat zu gemischten Reaktionen geführt. Der Hardliner aus Südostasien wurde international verurteilt, weil er einen gnadenlosen Krieg gegen Drogen führte, die mehr als 5000 Menschen auf den Philippinen das Leben kostete, einem Land, wo der Drogenkonsum zur Epidemie geworden ist und große Teile des Landes von Kartellen und kriminellen Organisationen kontrolliert werden.
Duterte sorgte auch für Aufsehen, als er den ehemaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama als „Hurensohn“ bezeichnete (wofür er sich in seiner ersten Rede in Jerusalem am Sonntag entschuldigte) und sich selbst mit Adolf Hitler verglich.
Der Hitler-Vergleich war nicht gegen die Juden oder Israel gerichtet (Duterte sagte, er würde mit Freude drei Millionen Drogenhändler auf die Weise töten, wie Hitler sechs Millionen Juden umgebracht habe), hat aber bei vielen israelischen Beamten zu einem Gefühl des Unbehagens bezüglich des Besuchs des philippinischen Staatsoberhauptes geführt.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu scheint dies jedoch nicht davon abgehalten haben, am Montag mit Duterte gemeinsam Mittag zu essen, vor dem Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem.
Der philippinische Präsident besuchte Yad Vashem zusammen mit seiner Tochter Sara, die er zusammen mit seiner ersten Frau, der Jüdin Elizabeth Abellana Zimmerman hat, so dass sie nach jüdischem Gesetz ebenfalls eine Jüdin ist.
Duterte legte einen Kranz nieder und las dabei aus seinem Eintrag in das Gästebuch von Yad Vashem: „Nie wieder. Möge die Welt die Lehren aus dieser entsetzlichen und berüchtigten Zeit der Menschheitsgeschichte ziehen. Möge das Herz der Völker auf der ganzen Welt immer offen bleiben. Und möge der Verstand aller Männer und Frauen lernen zusammenarbeiten, um all diejenigen, die verfolgt werden, ein sicherer Zufluchtsort geboten wird. „
Duterte hofft während seines Besuches in Israel ein wichroges Öl-Abkommen zu unterzeichnen und von Israel hergestellte Waffen zu erwerben, nachdem er von anderen westlichen Nationen bis zu einem gewissen Grad boykottiert wurde.
Bild: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in Jerusalem (Foto: Israel Sellem/POOL)




