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Raketen im See Genezareth

Gestern ertönten erneut die Sirenen im Norden des Landes. Erstmals verirrten sich zwei Raketen aus Syrien bis weit hinter die Grenze und stürzten in den See Genezareth, während sich am Strand zahlreiche Urlauber aufhielten.

Gestern Nachmittag (Mittwoch) ertönten erneut die Sirenen in den Golanhöhen. Es war der dritte Tag in Folge. Diesmal soll der Alarm wegen der innerhalb Syriens stattfindenden Kämpfe der syrischen Armee Assads gegen die Rebellen ausgelöste worden sei. Danach wurde von der Möglichkeit gesprochen, dass sich in Syrien abgeschossenen Raketen in den israelischen Luftraum verirrt hätten.

Doch dann kamen erste Augenzeugenberichte von einem Strand am See Genezareth. Man habe gesehen, wie zwei verdächtige Objekte in des See gestürzt werden. Dabei gab es zwei Explosionen, das Wasser soll durch den Einschlag bis zu drei Meter in die Höhe gespritzt sein. Danach wurden die sich im Wasser befindlichen Menschen aufgefordert, sich an den Strand zu begeben.

Erst nach einer etwas dreistündigen Suche gelang es den israelischen Sicherheitskräften, zwei Raketen des Typs BM-21 in den nördlichen Gewässern des Sees zu finden. Aus noch nicht geklärten Gründen wurde kein Abwehrsystem benutzt, um die Raketen abzuschiessen.

Es wird angenommen, dass die Raketen von Terroristen des Islamischen Staats während des Kampfes gegen die Truppen von Assad abgeschossen wurden. In den israelischen Medien stellte man sich die Frage, warum von einem Verirren der Raketen gesprochen wurde, da sich der See Genezareth schon relativ weit entfernt von der syrischen Grenze befände. In israelischen Sicherheitskreisen wird auch die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass die Raketen von Terroristen des Islamischen Staats bewusst in Richtung Israel abgeschossen wurden, als Provokation, um eine israelische Reaktion gegen die syrische Armee zu erreichen

Als Reaktion auf den Raketenbeschuss griff die israelische Luftwaffe die Abschussanlage und das Gebiet, von wo aus die Raketen abgeschossen worden waren, an. Dieses Gebiet wird noch von ISIS-Terroristen kontrolliert. Heute früh soll sich letzten Meldungen zufolge das russische Verteidigungsministerium bei Israel für den Angriff gegen ISIS bedankt haben. Bei dem israelischen Angriff sollen mehrere ISIS-Terroristen ums Leben gekommen sein.

Jede Verletzung der israelischen Souveränität wird von der israelischen Armee mit einem Gegenangriff beantwortet. Die Frage ist nun, ob es noch eine von Syrien gestern angekündigte Reaktion auf den Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs durch die israelische Armee geben wird.

Hier sollen die Raketen ins Wasser gestürzt sein

Heute früh wurde im Rundfunk von einem großen Glück gesprochen. Es hätten nur wenige Meter gefehlt und die Raketen wären auf dem Strand explodiert, wo sich zur selben Zeit zahlreiche Urlauber befunden hatten. Ein Augenzeuge sagte sogar, die Rakete sei nur einige zig Meter von ihm entfernt in den See gefallen.

Trotz des Vorfalls wird am See und und der Umgebeung der Alltag weitergeführt, auch der Strand ist weiterhin gut besucht.

Bild: Der Strand am See Genezareth, gestern (Foto: Landkreis Emek HaYarden)

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Patrick Callahan

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