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Vorsitzender der Arbeitspartei verärgert Orthodoxe

Ein Post bei Twitter des Vorsitzenden der Arbeitspartei Avi Gabai bezüglich öffentlicher Verkehrsmittel am Shabbat hat viele jüdisch-orthodoxe Knesset-Abgeordnete sehr verärgert. Dazu kam noch, das der Post auch mitten am Shabbat veröffentlicht wurde.

Der letzte Shabbat war ein besonders heißer Tag. Viele haben den Tag daher am Strand verbracht. Doch wer etwas weiter vom Meer entfernt wohnt und kein Auto besitzt, kann nur mit einem Taxi den Strand erreichen und ein Taxi ist, besonders am Shabbat, nicht billig. Daher bleibt vielen Menschen keine andere Wahl, als zuhause zu bleiben.

Wir haben schon mehrere Male von der Forderung vieler israelischen Bürger nach öffentlichen Verkehrsmitteln am Shabbat berichtet, es gibt zahlreiche private Initianiven, die private Busse zum Strand nach Tel Aviv organisieren. Vor kurzem hat sogar die Stadt Modiin selbst mit der Organisation von Bussen abends nach Tel Aviv und zurück begonnen, um den Jugendlichen der Stadt die Möglichkeit zu geben, am Freitagabend in Tel Aviv auszugehen.

Am Shabbat gesellte sich der Vorsitzende der Arbeitspartei Avi Gabai (Bild: Miriam Alster/Flash90) zu Bürgern der Stadt Beersheva hinzu, die dort auf einen privat organisierten Bus warteten, der sie zum Strand nach Ashkelon bringen soll. In Beersheva nennt man diesen Bus „Yambus“ , Yam bedeutet „Meer“ auf Hebräisch, so lautet der Name des Busses : Der Meerbus.

Schon die Tatsache, dass er als Knesset-Abgeordneter am Shabbat mit dem Bus zum Meer fährt, mag sicher einige seiner orthodoxen Kollegen von der Knesset gestört haben. Doch damit nicht genug. Was die Abgeordneten der orthodoxen Parteien wirklich verärgerte, war die Tatsache, dass Avi Gabai mitten am Shabbat von seiner Busfahrt zum Strand auf seinem Twitterkonto berichtete und den Betrieb von öffentlichen Verkehrsmitteln am Shabbat fordert:

„Wir haben unser Ziel erreicht: Die Küste von Ashkelon, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel, am Shabbat, so, wie es überall im Land sein sollte, unter der Obhut des Staates und nicht durch die Privatinitiative privater Organisationen oder der Bürger. Für jedes Kind, das mit seinen Freunden an den Strand fahren möchte und jedem anderen, der sich kein eigenes Auto leisten kann, die öffentlichen Verkehrsmittel kommen am Shabbat. Das ist eines unserer Hauptthemen, das wir vorantreiben.“

Dieser Post war zuviel für den stellvertretenden Gesundheitsminister Litzman (Tora-Partei) , der drohte, das dies eine zukünftige Koalition zwischen der Arbeitspartei und den orthodoxen Parteien verhindern würde. Auch sein Parteikamerad, der stellvertretende Minister Porush griff Gabai an: „Es ist an der Zeit, dem Herumtreten auf dem Shabbat ein Ende zu machen. Die Politiker müssen verstehen, dass der Shabbat eine viel heiligere Sache ist, als das man damit eine politische Karriere aufbauen oder die Umfrageergebnisse verbessern kann. Der Shabbat ist das wertvollste für das jüdische Volk, und jede Verletzung des Shabbats gleicht der Verletzung eines jeden Juden. Es ist schade, dass Avi Gabai die Ehre des Shabbats verletzt, wodurch er sich selbst und seiner Partei schadet.“

Der Abgeordnete Jinon Shai von der Shas-Partei schloss sich der Kritik an und sagte: „Avi Gabai sieht die schlechten Umfrageergebnisse und scheint zu vergessen, was es bedeutet, ein Jude zu sein. Stimmen auf Kosten des Shabbats zu sammeln ist eine bereits versuchte und erfolglose Methode.“

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Patrick Callahan

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