Vor dem jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana ist es üblich, dass der israelische Ministerpräsident den Medien größere Interviews gibt. Benjamin Netanjahu (Foto) jedoch sagte in diesem Jahr all seine Pressetermine ab und veröffentlichte stattdessen ein Video mit dem Titel „Dinge, die Sie in den Medien nicht hören“ auf der Online-Plattform YouTube. Darin zählt er die Erfolge seiner Regierung auf.
Netanjahu versucht schon lange, die großen israelischen Medien zu meiden, die er als feindselig ihm gegenüber ansieht. Yotam Simri, eine lokale Facebook-Berühmtheit, kritisierte Netanjahu für seine Haltung, gab jedoch zu bedenken: „Ich habe die geplanten Interview-Fragen von Kanal 2 gelesen (…). Die Fragen klingen, als seien sie von Netanjahus schlimmstem politischen Feind formuliert worden. Es ging hauptsächlich um unwichtige Details und Klatsch… es kam nicht eine einzige Frage über die Sicherheit in Israel oder die Steinwürfe in Judäa und Samaria“.
Das Problem besteht jedoch nicht nur zwischen Netanjahu und den Medien. Laut einer aktuellen Umfrage gibt es eine tiefe Kluft zwischen den Medien, die als voreingenommen und liberal empfunden werden, und der israelische Öffentlichkeit. So bewertete beispielsweise eine große Mehrheit der befragten Israelis Netanjahus Video „Dinge, die Sie in den Medien nicht hören“ positiv. Netanjahus Facebook-Seite wird von 900.000 Menschen verfolgt und verzeichnet weiter einen rasanten Zustrom von Interessenten. Sie haben offenbar genug von der regierungsfeindlichen Berichterstattung der israelischen und ausländischen Medien und informieren sich lieber aus erster Hand.
Foto: Flash 90




