Was macht man, wenn man elf Brüder und eine Schwester hat? Nichts! Daran kann man nichts ändern. Freunde kann man sich aussuchen, nicht aber seine Familie. Damit musste auch der biblische Joseph leben. Dazu kam, dass Josephs Vater Jakob als „Fersenhalter“ und „Überlister“ einen üblen Ruf hatte.
Josephs Brüder waren fiese Typen. So werden sie jedenfalls dargestellt, denn sie haben ihren Bruder Joseph aus Neid in eine Grube geworfen und für 20 Silberlinge als Sklaven verkauft. Ihrem Vater haben sie dann vorgelogen, ein wildes Tier habe ihn zerfleischt, was ihren Vater Jakob in tiefste Trauer stürzte, denn Joseph war sein Lieblingssohn.
Was hat Joseph seinen Brüdern getan, dass sie ihn so hassten? Nichts! Ihr Vater Jakob war schuld, dass Joseph so gehasst wurde, denn Jakob hat Joseph mehr geliebt als seine anderen Söhne. Gegen ihren Vater konnten sie nichts tun, wohl aber gegen Joseph. Daher musste Joseph verschwinden, damit Jakob nur noch sie liebte und sie Josephs Platz einnehmen konnten. Darf man überhaupt jemanden bevorzugen? Und was ist, wenn Gott jemanden bevorzugt? Darf ein Gott das?
Hat Gott nicht das jüdische Volk mehr geliebt als alle anderen Völker? Warum? Weil „ER Liebe zu den Juden hegte, hat ER sie aus allen anderen Völkern auserwählt, obwohl sie die geringsten unter allen Völkern sind“ (5. Mose 7,6-8).
Wir müssen wissen, dass Gottes Gedanken höher sind als unsere. Wer würde z.B. Jesu Jünger, die es gut mit Jesus meinten, weil sie nicht wollten, dass er ans Kreuz muss, deswegen gleich Satan nennen? Jesus aber tat genau dies, als er ihren gut gemeinten Rat als Menschengedanken mit „Satan weiche hinter mich“ verteufelte (Markus 8,33), denn Gottes Gedanken haben nichts mit unserem Humanismus zu tun.




