Israel hat die Nationen schon in der Bibel beschäftigt. Könige fürchteten es, Propheten stritten über es, Bileam wurde gerufen, um es zu verfluchen. Und ausgerechnet dieser Bileam blickte auf Israel und sagte einen Satz, der Tausende Jahre später beinahe wie eine Beschreibung unserer Gegenwart klingt: „Siehe, ein Volk, das abgesondert wohnt und sich nicht zu den Nationen rechnet.“ Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Israel nervt die Welt. Vielleicht nicht erst seit Gaza, nicht erst seit dem 7. Oktober und auch nicht erst seit der Staatsgründung 1948. Dieses kleine Volk lässt die Welt seit Jahrtausenden nicht los. Es wird beobachtet, beurteilt, bewundert, gefürchtet, verurteilt und vor allem: Es verschwindet nicht. Man musste gestern nur einige Stunden den Reden bei der UN-Generalversammlung in New York zuhören. Die Welt hat Kriege, Terror, Diktaturen, Vertreibungen und religiöse Verfolgung genug. Doch immer wieder landeten die Redner bei einem winzigen Land mit weniger als zehn Millionen Einwohnern, Israel. Und plötzlich stellt sich eine fast biblische Frage: Warum beschäftigt dieses kleine Volk die Nationen so sehr?
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