Zwei Meschuggene

Die Begrünung eines Fleckens Wüste begann vor 12 Jahren mit zwei „Verrückten“, Aviel und Oren.

Zwei Verrückte - Aviel und Oren Foto: Israel Heute

Zwei Meschuggene heißt auf Jiddisch „zwei Verrückte“. Das ist alles, was es braucht, um eine Idee, die an Spinnerei grenzt, in ein erfolgreiches Projekt zu verwandeln und die Realisierung einer Erfüllung einer Vision umzusetzen. Dabei geht es nicht nur um die persönlich, private Erfüllung, sondern eine kollektive Verwirklichung, die Grenzen durchdringt.

So ist es uns gelungen, einen Flecken der Wüste Israels zu begrünen, im Süden bei Nitzanna nahe der ägyptischen Grenze. Es begann mit zwei Verrückten. Einer der beiden ist mein Mann Aviel und der andere ist Oren Schalom.

Vor über dreißig Jahren hat Aviel als junger Soldat in der Gegend trainiert und dabei die Einsamkeit und Wildnis liebgewonnen. Die isolierte Siedlung Ezuz am Ende der Welt gleich links bestand damals nur aus einem Wasserturm und zwei Zelten auf einem kleinen Hügel. Auf Aviel wirkte der Ort wie ein Magnet. Oren und sein Bruder Ronen haben sich vor etwa fünfzehn Jahren nicht weit entfernt auf einer Düne bei dem Wasserbrunnen von Milka angesiedelt. Oren ist einer der Mitbegründer der Siedlung Beer Milka auf der Düne, die ebenso am Ende der Welt liegt, nur rechts. Gemeinsam mit seiner Frau Revital bauten sie dort ein Haus und ziehen seither fünf Kinder groß.

Oren und Aviel haben sich in einem der Jonathan Wüstencamps im Negev kennengelernt, die Israel Heute vor vielen Jahren fünf Sommer in Folge für Jugendliche aus der ganzen Welt veranstaltet hat. Während dieser Begegnung wurden Ideen ausgetauscht und Aviel war überrascht, dass Oren in genau jener Gegend lebt, wo er einst in der Armee gedient hat. Eins führte zum anderen, es gab Gespräche und Gebete, wie man die Wüste wieder begrünen könne, so wie es die Propheten vorausgesehen haben. Aviel brachte die Idee und die treuen Israelfreunde aus dem Ausland mit, Oren steuerte Sand, Land und harte Arbeit bei. Und so hat alles vor etwa zwölf Jahren nur wenige hunderte Meter von der ägyptischen Grenze entfernt begonnen. Zuerst gab es nur Weinreben und den Weinberg, später dann die Olivenbäume.

Es sind nicht nur Aviel und Oren, die meschugge genug sind, derartige Ideen umzusetzen, sondern auch viele Menschen im Ausland, die dem Ruf und der Vision der Propheten folgten. Es stimmt, Verrücktheit kann ansteckend wirken. Viele Partner haben an unser Begrünungsprojekt geglaubt und mit der Pflanzung von Weinreben und Olivenbäumen Wurzeln im Land geschlagen. Auch sie wollten die Einöde Israels begrünen, da spielte die physische Entfernung keine Rolle. Nichts hat ihren festen Glauben davon abhalten können, die biblische Erfüllung zu verwirklichen.

Ich kann Ihnen ein Lied davon singen, wie schwer die Zeiten für Aviel und Oren oft waren. Jeder hatte seine Aufgabe bei dieser verrückten Idee. Oren musste vor Ort mit der extremen Gegend und dem Klima zurechtkommen und Aviel musste jährlich für die Unkosten, darunter Bewässerung, Werkzeuge und Netze gegen Heuschreckenschwärme sorgen. Pflanzen ist leicht, Weinberge und Olivenhaine in der Wüste am Leben zu erhalten, ist dagegen schwer und vor allem teuer. Aber jedes Mal, wenn ich unten in der Gegend bin, staune ich, wie Gott dies alles möglich gemacht hat. Einfach unglaublich. Hätten sich Aviel und Oren damals nicht getroffen und die Idee verwirklicht, dann hätte die Einöde gewonnen.

Unser Weinberg in der Negev-Wüste
Unser Weinberg in der Negev-Wüste

Die Visionen der Propheten vor tausenden von Jahren sind in Erfüllung gegangen, genau wie es Jesaja gesagt hat: „Die Wüste und Einöde wird sich freuen, und die Steppe wird frohlocken und blühen wie ein Narzissenfeld“.

In anderen Worten schildert der Prophet Amos: „Und sie werden die verwüsteten Städte wieder aufbauen und darin wohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein trinken, Gärten anlegen und deren Früchte genießen.“

Gottes Wort ist wahrhaftig und bleibt für immer und ewig. In Israel und im Ausland trinken Menschen nun den Wüstenwein Simeon. Ein köstlicher Tropfen, der mehr als andere Weine durchgemacht hat. Im nächsten Jahr dürfen nach biblischem Gebot erstmals die Oliven geerntet werden, woraus feines Olivenöl hergestellt werden soll. Trotz aller Schwierigkeiten in der Einöde sind nun 25 Hektar grün. Das hat mit zwei Meschuggene im Land angefangen und ist mit noch mehr Meschuggene im Ausland möglich geworden. „Denn wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist“.

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