„Siedlerministerin“ wird Botschafterin in London

Tzipi Hotovely betritt die Höhle des Löwen.

„Siedlerministerin“ wird Botschafterin in London
Olivier Fitoussi/Flash90

Im liberalen Großbritannien, in dem viele Millionen Moslems leben, wird Israel oft sehr kritisiert. Besonders patriotische und religiöse Israelis erwecken bei vielen Briten eher negative Gefühle. Die neue israelische Botschafterin in London, Tzipi Hotovely von der Likud Partei, passt genau in diese Beschreibung und ihre Ernennung für diesen Posten wird deswegen sogar von jüdischen Gruppen in Großbritannien scharf kritisiert. In einer Erklärung der progressiven jüdischen Organisation „Na’amod British Jewish Jews Against Occupation“ heißt es:

 “Als britischer Jude bin ich entsetzt, dass Israel die Siedlungsministerin Tzipi Hotovely als nächste Botschafterin im Vereinigten Königreich nominiert. Ich fordere die Regierung auf, sich auf ihr Recht – und ihre Verantwortung – zu berufen und ihre Ernennung zu widerrufen.“

Eine Aussage der „Zionist Federation“ klingt hingegen ganz anders:

“Als pro-israelische Juden im Vereinigten Königreich möchten wir unsere Unterstützung für die neue Botschafterin des Staates Israel, Tzipi Hotovely, zum Ausdruck bringen. Sie werden eine Petition erhalten … von Anhängern einer linksgerichteten Organisation namens Na’amod, die sich gegen ihre Ernennung ausspricht, aber wir sind sicher, dass Sie diese Petition ignorieren möchten.“

Britische Mainstream Medien haben die Petition bislang allerdings nicht ignoriert und Hotovely unter anderem als „Hardliner“ und „ultra-rechts“ beschrieben, während verschiedene andere britische Persönlichkeiten ebenfalls ihr Missfallen über die Ministerin zum Ausdruck gebracht haben, darunter einige Reform-Rabbiner, die Bischöfe von Canterbury und Westminster sowie andere kirchliche Würdenträger.

Hotovely ist sich der Kritik in ihrer neuen Heimat bewusst. Sie wird laut Koalitionsvertrag die gesamte vierjährige Legislaturperiode in London verbringen und dort viele Kämpfe zu bestehen haben. Die Freunde Israels weltweit wünschen ihr viel Erfolg in der diplomatischen Arena.