Licht der Freude

Im Erziehungszentrum „Or Simcha“ geschieht praktisch jeden Tag ein kleines Wunder

von Esti Eliraz und Dov Eilon |
Foto: Dov Eilon

Am 22. Dezember entzünden wir die erste Kerze am Chanukka-Leuchter, der Chanukkia. Das Lichterfest erinnert uns an das Wunder, das im zurückeroberten Tempel geschah. Als man den Tempel neu weihte, hätte das vorhandene reine Öl eigentlich nur für einen einzigen Tag gereicht. Aber die Flammen auf der Menora erloschen nicht, acht Tage lang.

Seitdem feiert Israel Jahr für Jahr das Lichterfest. Jeden Tag zünden wir eine weitere Kerze an, bis acht Kerzen brennen. Wir erfreuen uns an dem Licht und sprechen besonders zu Chanukka über Dinge wie Erleuchtung, Wunder, Hoffnung.

Doch Wunder geschehen nicht nur zu Chanukka. Vor ein paar Tagen durften wir in Kfar Chabad das Erziehungszentrum „Or Simcha“, „Licht der Freude“, besichtigen, das es seit 1971 gibt. Dort geschieht praktisch jeden Tag das kleine Wunder, dass Kinder Hoffnung schöpfen. 230 Jungen von 6 bis 18 Jahren leben in Or Simcha. Die Kinder kamen durch staatliche Inobhutnahme hierher. Alle wurden in ihren Herkunftsfamilien stark vernachlässigt, einige sogar misshandelt. 60 Prozent kommen aus säkularen Verhältnissen, aber in Or Simcha wird nicht unterschieden.

Wir wurden von Rabbiner Zeev Slavin empfangen, er leitet die Einrichtung. „Es gibt keine schlechten Kinder, es gibt nur Kinder, die es schlecht haben“, begann er unseren Rundgang. „Wir versuchen, den Kindern wieder so etwas wie ein Familienleben zu geben. Jeweils zwölf Jungen leben zusammen in einer Wohneinheit. Sie wird von einem Paar betreut, das dort zusammen mit den eigenen Kindern lebt. Dadurch bekommen die Kinder ein Gefühl für Familie. Die Mahlzeiten werden innerhalb dieser familiären Einheiten eingenommen, wie zu Hause. Nur die älteren Jungs essen im großen Speisesaal.“

Computer-Raum

Die Schule befindet sich auf dem Gelände. Nach Unterrichtsschluss haben die Kinder viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Es gibt Spielplätze, einen Computerraum und sogar einen kleinen Zoo. Auch ein Ziergarten wird gemeinsam gepflegt.

70 Prozent der Betriebskosten von Or Simcha trägt der Staat. Der Rest wird durch Spenden gedeckt, wodurch viele Dinge erst möglich werden. Heute noch Wunschtraum ist ein Fitnessraum. „Jungs wollen trainieren, sie müssen sich auch mal austoben können. Wir sparen noch für das Projekt“, schwärmt Rabbiner Josef Klein, der stellvertretende Direktor. Es wird wohl noch eine Weile anstehen müssen, denn vorrangig ist die Renovierung eines anderen Gebäudes.

Rabbiner Zeev Slavin und Josef Klein

Die Kinder, die uns in Or Simcha begegnen, sind ein wenig verlegen, aber sie haben alle ein Lächeln im Gesicht. Man sieht in ihren Augen etwas vom Licht der Hoffnung. Wahrhaftig: Es braucht so wunderbare Plätze wie Or Simcha.

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