Guten Morgen liebe Leser!
Nun haben wir schon fast die erste Hälfte dieser besonderen Woche hinter uns. Jeder Tag bringt uns ein weiteres Ereignis, das vielleicht später in den Geschichtsbüchern verzeichnet werden wird. Am Montag zog die amerikanische Botschaft nach Jerusalem und heute ist Guatemala an der Reihe, es ebenfalls zu tun.
Dazwischen habe wir die Ereignisse an der Grenze zum Gazastreifen, die, ich muss es zugeben, einen Schatten auf das Ganze werfen. Dabei geht es gar nicht darum, wer für den völlig sinnlosen Tod von mehr als 60 Menschen verantwortlich ist. Dass die Hamas ihre eigenen Bürger quasi in den Tod schickt, für 100 Dollar, ist leider bittere Realität, auch wenn die Welt es nicht so sieht, oder vielleicht besser gesagt, was viele auf der Welt einfach nicht so sehen will. Schon lange haben sie ihre eigene Wahrheit, von der sie nicht bereit zu sein scheinen, abzurücken. Da werden einfach die Augen geschlossen. Die Israelis sind die Täter, die „Palästinenser“ die Opfer. So muss es sein, fertig.
Auch im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird nur diese eine Wahrheit gesehen. Man könnte meinen, man würde dort die Kritiken und Anschuldigungen gegenüber Israel schon seit langem vorbereitet haben, so dass sie jetzt nur aus der Schublade geholt werden müssten.
Dass wir von der UNO und auch von Europa keine sonderlich großen Erwartungen haben, zeigt auch Israels „Freude“ über die letzten Äußerungen einiger Länder der EU bezüglich der Ereignisse im Gazastreifen. Da wurden „beide Seiten“ zur Mäßigung und weniger Gewalt aufgefordert. Beide Seiten, also nicht nur Israel. Das nenne ich einen Fortschritt.
Ich gebe zu, es ist zur Zeit nicht leicht, Bekannten und Freunden im Ausland die Situation zu beschreiben, in der wir uns hier befinden. „Wie ist es denn so bei Euch“, war die Frage einer Verwandten von mir. „Gut, alles wie immer“, lautete meine Antwort. Damit meinte ich unser tägliches Leben hier, das Alltagsleben zuhause mit unseren Kindern. „Glaubt nicht alles, was bei Euch so erzählt wird“ fügte ich hinzu. Trotzdem fühlte ich mich etwas komisch bei dieser Antwort. Gestern wurde im Fernsehen ein ehemaliger Befehlshaber, der für den Gazastreifen verantwortlich war, interviewt. Er wurde gefragt, ob die Ereignisse vom Montag anstatt mit 60 Toten auch anders hätten ausgehen können. „Ja“, war seine Antwort, „mit 600 Toten.“
Und jetzt zurück zum Alltag und dem Wetter. Der Sommer scheint sich anzumelden. Das Thermometer steigt jeden Tag noch etwas weiter an. Ab morgen soll es dann so richtig heiß werden. Hier ist das Wetter für heute in Israel:
Teilweise bewölkt mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. In den Bergen und im Landesinneren überdurchschnittlich warm. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt bei -213.37 m unter dem Meeresspiegel.

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Und jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Mittwoch, machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




