Israel Heute am Freitag

Es ist wieder Freitag, der Shabbat ist fast schon da. Durch die Winterzeit beginnt er schon sehr früh, in Jerusalem bereits um 16:02 Uhr. Ein paar Worte über einen Stromausfall in Tel Aviv, die Versteuerung von Wohnungen, die Vorbereitung Amonas auf die Zwangsräumung und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Es ist wieder Freitag, der Shabbat ist fast schon da. Durch die Winterzeit beginnt er schon sehr früh, in Jerusalem bereits um 16:02 Uhr. Da die Tage aber bald wieder länger werden, endlich, wird der Shabbat ab jetzt jede Woche etwas später beginnen. Es wird sehr früh dunkel bei uns. gegen 17 Uhr hat man das Gefühl, es sei Nacht. Allerdings haben wir es hier da noch etwas besser als Sie, liebe Leser, in Europa. Dort wird es noch viel früher dunkel und die Sonne geht wesentlich später auf. Kurz nach 6 Uhr ist es bei uns schon hell, so dass ich immer bei Tageslicht nach Jerusalem zur Arbeit fahre. Der Winter hat ganz Israel noch fest im Griff. Es bleibt kalt und es soll auch heute zu Regenschauern kommen, die sich gegen Abend noch etwas verstärken sollen. Und auf dem Hermon Berg im Norden schneit es. Dieses kühle Wetter soll sich auch über das Wochenende halten. Nur in Eilat scheint die Sonne von einem wolkenlosen Himmel bei Temperaturen um die 18 Grad.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Meist bewölkt. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 11 Grad, Tel Aviv 16 Grad, Haifa 14Grad, Tiberias am See Genezareth 18 Grad, am Toten Meer 20 Grad, Eilat am Roten Meer 18 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist etwas angestiegen und liegt jetzt bei -213.70 m unter dem Meeresspiegel.

Heute früh ist es im Großraum von Tel Aviv zu einem Stromausfall gekommen. Im Stadtzentrum von Tel Aviv und im Norden der Stadt fielen die Ampeln aus, bei dem Verkehr in der Stadt können Sie sich vorstellen, was dann passiert, Wohnhäuser, Geschäfte, Restaurants und Cafes blieben ohne Strom. Bei uns in Israel sind Stromausfälle leider keine Besonderheit. Sie können uns im Sommer und im Winter überraschen. Im Sommer, wenn alle wegen der Hitze die Klimaanlagen anschalten und im Winter, wenn der Sturm einen Strommast oder irgendwelche Kabel zerstört hat. Diesmal hat es eine Panne in einer Stromstation bei Ramat Aviv gegeben. Nach einer Stunde konnte sie behoben werden. Bei uns in Modiin gibt es keine Überlandleitungen, hier sind alle Stromkabel unterirdisch verlegt. Das ist der Vorteil, wenn man in einer neuen Stadt wohnt. Wenn es aber Pannen in einer Station der Stromgesellschaft gibt oder wenn die Nachfrage zu groß ist und alle ihre Klimaanlagen zusammen einschalten, dann kann es auch bei bei uns zu Stromausfällen kommen. Aber jetzt ist ja alles wieder in Ordnung.

Und jetzt zu etwas Aktuellem. Gestern wurde der Gesetzesvorschlag zur Besteuerung von dritten Wohnungen vom Finanzausschuss der Knesset in einer ersten Lesung angenommen. Es geht hierbei darum, dass Wohnungseigentümer, die mehr als zwei Wohnungen besitzen, ab der dritten Wohnung eine jährliche Steuer zu zahlen haben. Die jährliche Summe soll dabei nicht mehr als 18000 Shekel betragen. Der Finanzminister Moshe Kachlon verspricht sich dadurch, den Anstieg der Wohnungspreise zu stoppen. Das Gesetz soll die Wohnungseigentümer anspornen, Wohnungen zu verkaufen, damit das Angebot an Wohnungen vergrößert wird und die Preise dadurch sinken. Wer seine Wohnung bis Ende Oktober 2017 verkauft, soll sogar eine Prämie in Höhe von bis zu 75000 Shekel erhalten. Das vorgeschlagene Gesetz ist sehr umstritten. Viele Experten meinen, dass es sein Ziel verfehlen werde. Bei der Abstimmung hatten Mitglieder der Opposition den Sitzungsraum aus Protest verlassen. Es soll zu heftigen Diskussionen gekommen sein.

Amona

Und dann haben wir die Siedlung Amona, die sich jetzt immer mehr in eine Festung verwandelt. Hunderte, vielleicht sogar tausende, sind bereits in Amona eingetroffen, um die Bewohner bei ihrem Widerstand gegen die anstehende Räumung zu unterstützen. Sie übernachten in Zelten und Treibhäusern. Es ist sehr kalt. Man bereitet die Siedlung vor, um den Sicherheitskräften den Zugang zu Amona zu erschweren. Reifen werden auf die Wege gelegt, Müllcontainer auf die Strasse gelegt. Als würde man sich auf einen Kampf vorbereiten. Fast hätte ich gesagt, man bereite sich auf die Schlacht vor, aber ich hoffe sehr, dass der Widerstand ohne Gewalt erfolgen wird, wie es gestern versprochen wird. Natürlich hängt Vieles auch von dem Vorgehen der Sicherheitskräfte ab. Polizisten und Soldaten werden von Psychologen auf ihren schwierigen Einsatz vorbereitet. Wir möchten nicht an die Bilder von 2006 erinnert werden. Die ganze Lage ist schwer für alle Beteiligten. Keine wollte, dass es zu einer Zwangsräumung kommt. Ich hoffe sehr, dass die Situation nicht plötzlich außer Kontrolle gerät und dass man sich auf die Jugendlichen in Amona verlassen kann, sich ohne Gewalt zu widersetzen. Die Räumung von Amona ist nicht mehr zu vermeiden. Kein leichter Shabbat für Amona, kein leichter Shabbat für ganz Israel. Ich hoffe, wir werden einen ruhigen und friedlichen Shabbat begehen können.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Machen Sie es gut.

Shabbat Shalom aus Modiin!

Dov

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