Israelisch-arabische Zusammenarbeit zahlt sich aus

Rund 100 für den israelischen Konzern Mellanox tätige arabische Ingenieure aus Judäa und Samaria und dem Gazastreifen teilen sich nach Exit 3,5 Millionen Dollar.

von Dov Eilon |
Foto: Meir Vaknin/Flash90

Vor etwa drei Monaten berichteten wir über das bisher größste Exit dieses Jahres. Es war der israelische Netzwerkausrüster Mellanox aus Jokneam, der mit dem amerikanischen Technologiekonzern Nvidia einen Vertrag zur Übernahme des israelischen Unternehmens in Höhe von 6,9 Milliarden Dollar unterzeichnet hatte.

Nicht nur Israelis werden von diesem Geschäft profitieren, sondern auch um die 100 arabische Mitarbeiter aus Judäa und Samaria und dem Gazastreifen. Sie sind keine festen Angestellten von Mellanox, sondern gehören zum arabischen Hightech Unternehmen ASAL-Technologies, das seinen Sitz in der neuen Stadt Rawabi im Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde hat. Mellanox gehört zu den wenigen israelischen Firmen, die das Potenzial in der aufstrebenden „palästinensischen“ Technologieszene entdeckt haben. Dem politischen Konflikt zum Trotz haben sie das ständig wachsende Angebot an qualifizierten arabischen Ingenieuren für sich genutzt. Die Kosten ihrer Einstellung sind mit den Kosten für Ingenieure aus Indien oder der Ukraine vergleichbar.

Obwohl die arabischen Mitarbeiter, sie als Programmierer und Designer tätig sind, nicht fest bei Mellanox abgestellt sind, sondern der „palästinensischen“ Firma ASAL-Technologies angehören, wurde den etwa 100 arabischen Ingenieuren bei ihrer Anstellung Aktienoptionen geboten. Jetzt, nach dem Verkauf des israelischen Unternehmens an Nvidia, werden die Aktien einen Wert von ungefähr 3,5 Millionen Dollar haben. Das heißt, jeder der 100 arabischen Mitarbeiter wird die Summe von ca. 34.000 Dollar bekommen.

Eyal Waldman (Flash90)

„Für einen Angestellten aus dem Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde und dem Gazastreifen ist das eine Menge Geld“, sagte der Chef des israelischen Unternehmens Eyal Waldman. „Wir sind stolz, dass sie (die arabischen Mitarbeiter) genau wie die anderen Angestellten in der Firma über Eigenkapital verfügen“, fügte er hinzu.

Auch der Generaldirektor von ASAL-Technologies, Murad Tahboub, ist stolz auf die Zusammenarbeit mit dem israelischen Partner. 125 seiner insgesamt 350 Mitarbeiter sind ausschließlich für Mellanox tätig. Dort haben den Wert und die Loyalität in der Zusammenarbeit gesehen. „Der israelische Markt bietet Gelegenheiten für den gesamten palästinensischen Hightech-Sektor“, sagte er.

ASAL arbeitet unter anderem für Microsoft, Intel und Cisco. Tahboub ist stolz darauf, dass seine Ingenieure mit 70 % an der Entwicklung von „Cortana“, dem virtuellen Assistenten von Microsoft, beteiligt war. Die Hightech Branche biete den Palästinensern eine einzigartige Gelegenheit. Allein im Jahr 2018 brachten palästinensische Universitäten 3000 Ingenieure hervor.

Allerdings würden die israelischen Beschränkungen, besonders in Bezug auf den Waren- und Personenverkehr in das sogenannte „Westjordanland“ und in den Gazastreifen viele internationale Konzerne davon abhalten, in palästinensischen Gebieten zu investieren. „Wie kann ich in ein palästinensisches Start Up – Unternehmen investieren, wenn ich nicht weiß, ob sein Eigentümer in die USA reisen kann?“, fragte Tahboub rhetorisch.

Doch Mellanox und ASAL sind sich einig, dass die Technologie besonders für Gaza einen wichtigen Schub darstellen kann, und planen daher, die Zahl der Mitarbeiter aus Gaza, die zurzeit bei 25 liegt, weiter zu erhöhen. „Je positiver die Berührungspunkte unter den beiden Völkern sind, desto besser ist es für die Umgebung, für die Israelis und für die Palästinenser“, sagt Mellanox-Chef Waldman und schließt mit den Worten: „Ich glaube, wir können einen positiven Einfluss darauf haben.

Video über ASAL-Technologies und die Zusammenarbeit mit Mellanox:

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