Ein Ministerpräsident zum Anfassen?

Benjamin Netanjahu führte jüngst an einem Freitag vor Schabbatbeginn seinen Hund Kaia aus.

von Israel Heute Redaktion |
Netanjahu mit Hund
Netanjahu mit Hund Foto: GPO

Eine seltene Gelegenheit für normale Bürgerinnen und Bürgern, mitten in Jerusalem zufällig auf der Straße den Ministerpräsidenten zu treffen.

 

Was wie ein spontaner Spaziergang wirkte, war überhaupt nicht spontan. Unzählige Sicherheitsleute, die gewiss den Nachmittag lieber mit ihren eigenen Familien verbracht und sich auf den Schabbat vorbereitet hätten, mussten ihn begleiten. Das Digital-Team der Likud Partei hielt alles bildlich fest. Man wollte den Regierungschef als ganz normalen Bürger zeigen, der sich mal eben in Jeans und Turnschuhen die Beine vertritt.

 

Wie kommt’s nun so plötzlich, dass Netanjahu sich an seinen armen Hund erinnert, der seit August 2015 das umzäunte Gelände der Residenz nicht mehr verlassen hat? Das ist nicht klar. Jedenfalls folgte das Bad in der Menge genau auf den Tag, an dem sich Netanjahu ganz privat an einem Internet-Chat beteiligt hatte. Allerdings saß er dabei nicht allein vor dem Computer und tippte die Fragen und Antworten, sondern verließ sich auf mehrere umstehende Berater. Da musste jedes Wort sitzen, und auch kleine, spontane Videoclips fehlten nicht.

 

Didi Harari, Netanjahus letzter Wahlkampf-Berater, plauderte im Kanal 2 des israelischen Fernsehens aus dem Nähkästchen: Netanjahus Auftritt im Satire-Programm „Gav HaUma – Rücken des Volkes“ sei unbeschreiblich minutiös vorbereitet gewesen. Haha, er nimmt nur Kaffeemilch aus der Tüte und nicht aus dem Karton – hundertmal wurde diese Pointe geprobt, jede Körperbewegung in allen Nuancen geübt. Ja, ein Benjamin Netanjahu kann sehr spontan sein, aber steht etwa wieder Wahlkampf an?

 

 

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