David gegen Goliath

Moderne Philister widersetzen sich der Präsenz Israels im Heiligen Land

David gegen Goliath
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In Südafrika tobt ein Kampf um Israel – sowohl in politischer als auch in theologischer Hinsicht. Und der einzige Grund, warum dieser Kampf noch nicht in europäischen Ländern wie Großbritannien ausgetragen wird, besteht darin, dass wir uns hier noch nicht wirklich mit den entsprechenden Themen beschäftigt haben.

Ich glaube, wir sollten damit beginnen, denn sie laufen auf die Frage hinaus, wer auf der Seite des Herrn steht. In Südafrika haben wir den Südafrikanischen Rat der Kirchen, Anglikaner und Methodisten, die einen Sturm über Israels Vorschläge zur “Annexion” von Teilen Judäas, Samariens und des Jordantals entfacht haben.

Unter seinen hochrangigen Kollegen auf der Seite des jüdischen Staates steht derweil fast allein der Oberste Richter Mogoeng Mogoeng (unterstützt von vielen Tausenden Christen, die Israel lieben), der es gewagt hat, den Status quo zu verärgern, indem er sagte, er bete für den Frieden Jerusalems (Psalm 122,6) im Einklang mit seinem christlichen Glauben.

In seinem Beitrag zu einem Webinar der Jerusalem Post beklagte er die “einseitige Haltung” seiner Regierung gegenüber dem israelisch-palästinensischen Konflikt. (1)

Als gläubiger Christ kann er sicherlich nichts anderes tun, als das Recht des auserwählten Volkes auf das Land zu unterstützen, das Gott ihm seit jeher verheißen hat.

Es läuft auf folgendes hinaus: Wenn man an die absolute Autorität von Gottes Wort glaubt, ist die jüdische Präsenz im Heiligen Land eine Selbstverständlichkeit (z.B. 1.Mo. 15.18f, 1.Mo. 17.8). Das jüdische Volk hat zudem einen “irdischen” Rechtsanspruch, auf den sich die internationalen Mächte 1920 in San Remo, Italien, geeinigt haben – ein Vertrag, der bisher von den nationalen Volksführern einschließlich des britischen Premierministers Boris Johnson ignoriert wurde. Johnson ist trotz seines zionistischen Bekenntnisses gegen die “Annexion”, weil sie eine “Verletzung des Völkerrechts” darstelle und Israels die verbesserten Beziehungen zur arabischen Welt um Längen wieder zurückwerfen würde. (2)

Boris sollte vielleicht überlegen, wie sein Held Winston Churchill mit dieser Situation umgegangen wäre. Der Premier hatte einst seine Parlamentskollegen vor den Gefahren der deutschen Wiederbewaffnung gewarnt, doch diese nahmen keine Notiz davon. Ein kurzfristiger Konflikt zu diesem Zeitpunkt hätte durchaus 50 Millionen Menschenleben retten können.

Im Nahen Osten kann ein langfristiger Frieden nur erreicht werden, wenn man den biblischen Wegweisern folgt, die zu einem Königreich führen, das vom Friedensfürsten, dem Herrn Jesus Christus, regiert wird. Die Zukunft liegt dort – und überall – in seinen Händen.

Nun hat Ayman Odeh, der Vorsitzende der Fraktion der arabischen Mehrheit der Gemeinsamen Liste in der israelischen Knesset (Parlament), vor kurzem an einer Pressekonferenz teilgenommen, auf der die Führer von Hamas und Fatah sich verpflichteten, ihre Differenzen beiseite zu legen, um Israel in der Souveränitätsfrage gemeinsam zu bekämpfen. Er hat damit praktisch einer Kriegserklärung gegen genau die Nation zugestimmt, deren Volk er im Parlament vertritt. Das käme anderswo sicherlich einem Verrat gleich, aber das supertolerante Israel, von seinen Feinden der Apartheid beschuldigt, lässt sich das stoisch gefallen.

Stammrichter Mogoeng befindet sich in einer wenig beneidenswerten Position als Regierungsbeauftragter. Und vor die Wahl gestellt, Gott oder den Menschen zu folgen, wählt er wie die Apostel der Urkirche den harten, schmalen Weg, den sein Gewissen bestimmt. Boris Johnson dagegen wählt den breiten Weg, der nicht allzu viele internationale Federn zerzaust, während er die Realität des doppelten Anspruchs Israels (irdisch und himmlisch) auf das gesamte Land vom Mittelmeer bis zum Jordan ignoriert.

Die Kirche schweigt derweil weitgehend und überlässt es parakirchlichen Organisationen wie den Christlichen Freunden Israels, die Rolle zu übernehmen, die der junge David in der Schlacht gegen die Philister, die vor 3000 Jahren im Tal von Elah in der Nähe von Jerusalem geschlagen worden sind, eingenommen hatte.

Die Philister, die in der Küstenebene von Gaza lebten, hatten sich gewaltsam der israelischen Präsenz im Land widersetzt. Sie verstopften die Brunnen, die Abraham gegraben hatte, um dem Volk Gottes lebensspendendes Wasser vorzuenthalten. Moderne Philister wenden ähnliche Taktiken an, wenn sie versuchen, das Leben aus der Nation herauszupressen, mit Raketen, die regelmäßig aus dem von Terroristen gehaltenen Gazastreifen abgefeuert werden, unterstützt durch verbale Granaten aus der ganzen Welt.

Sogenannte Christen haben den Gott verraten, dem sie angeblich folgen wollen, indem sie sich dem Lager der Philister anschließen, die sich gegen die Präsenz Israels im Land stellen. Und ein Hauptgrund für einen solchen “christlichen” Rückzug aus Israel ist die Ersatztheologie, die Idee, dass die Kirche Israel in Gottes ewigen Absichten und Neigungen ersetzt hat. Das läuft darauf hinaus, dass man Gott beschuldigt, sein Volk verraten zu haben, weil er seinen Bund mit seinem Volk gebrochen habe. Doch hat er seine Meinung wirklich geändert, nachdem er ihnen “ewige Liebe” geschworen hat (Jer. 31,3)? Und welche Art von Sicherheit gibt das Christen, die ihre Hoffnung auf einen Gott gesetzt haben, der sich doch nie ändert? Heißt es nicht in Jer. 31, 35-37, erst müsse die Sonne aufhören zu scheinen, „dann soll auch der Same Israels aufhören, allezeit ein Volk vor meinem Angesicht zu sein“.

Israel ist immer noch “sein Augapfel” (Sach 2,8).

Wie die Moabiterin Ruth ihre jüdische Schwiegermutter Naomi zurück nach Israel begleitete, so haben viele nichtjüdische Christen aus allen Ecken der Welt jüdischen Menschen geholfen, Alijah zu machen, um in die alte Heimat zurückzukehren. Und so wie Orpah, Naomis andere nichtjüdische Schwiegertochter, sich entschied, zu ihren heidnischen Göttern zurückzukehren, so scheint es, dass viele Christen den Gott Israels seit der Wiedergeburt des jüdischen Staates 1948 verlassen haben.

Britische Christen haben sich bisher weitgehend geweigert, sich mit dem Thema zu befassen, und sich stattdessen entschieden, sich neutral zu verhalten. Damit verschieben sie den Tag der Abrechnung, der vielleicht näher liegt, als wir denken, wenn Gott die Nationen dafür richtet, wie sie Israel behandelt haben – insbesondere die Teilung ihres Landes (Joel 3,2).

Im bereits erwähnten Tal Elah litten die Israeliten 40 Tage lang unter der Einschüchterung durch die Philister, angeführt von ihrem gewaltig aussehenden Riesen Goliath, bis ein junger Mann mit völligem Vertrauen auf den Herrn ihn mit einem einzigen Schleuderschuss zu Fall brachte.

Die Vereinten Nationen, die wiederholt Resolutionen herausgeben, die Israel verurteilen, während sie die Gräueltaten in anderen Teilen der Welt ignorieren, sind so etwas wie ein modernes Äquivalent zu der aus Pappe ausgeschnittenen Figur des Goliath. Diese Figur wird gegen den Gott Israels nicht bestehen können – und auch nicht gegen diejenigen, die sich mit ihm verbünden.