Angst vor Raketen

Ein Video, das die Angst der Kinder vor den Raketen im Süden des Landes zeigte, verbreitete sich sehr schnell in den sozialen Netzwerken

Am Dienstagabend, nachdem kurz vor Mitternacht  in der Küstenstadt Ashkelon die Sirenen zu heulen begonnen hatten, mussten alle Bürger der Region wieder die Schutzräume aufsuchen. Wenig später stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen Falschalarm gehandelt hatte. Dies beruhigte die Kinder von Reut Shpilman allerdings nicht, als sie vor Angst und Schrecken im Bunker zitterten und auf keinen Fall zurück nach Hause gehen wollten.

Die Mutter entschied sich daraufhin dazu ihre Kinder, 20 Minuten nach dem Ertönen der Sirene, zu filmen, nachdem sie erkannt hatte, dass sie sie nicht beruhigen konnte.

Das Video wurde 20 Stunden nachdem sie es veröffentlicht hatte, über 86.000 Mal angeschaut.

Es zeigt drei ihrer Kinder weinend und zitternd im örtlichen Schutzraum.

Tochter Ori, 8, sieht man sichtlich zitternd und weinend, als sie ihrer Mutter sagt: “Ich will nicht”, nachdem ihr gesagt wurde, sie würden ins Haus zurückkehren.

Yonatan, 6, seine Hände festklammernd, runzelt die Stirn und zittert sichtbar, als er sich neben seine Mutter stellt.

Noam, 3, klammert sich an das Bein seiner Mutter.

“Ich will nicht….[unhörbar]….es wird keine Kriege mehr geben, genug”, sagt die 8-jährige Ori mit zitternden Lippen.

Reut schlägt vor: “Lass uns ins Haus gehen.”

Aber Ori weigert sich. “Mama, ich mag es im Haus nicht. Ich will hierbleiben.”

“Wie lange können wir hierbleiben?”, fragt Reut ihre Tochter.

“Ich habe Angst, ich will hier bleiben”, besteht Ori und zittert weiter. “Ich will hierbleiben.”

„Diese Bilder wiederholen sich bei jeder Sirene. Das ist die Realität, in der wir leben”, sagte Shpilman zu Channel 12 News.

In einem Facebook-Post, der das Video am Mittwochmorgen begleitete, wies Shpilman Premierminister Benjamin Netanjahu und andere Offizielle zurecht, weil sie die Sicherheit ihrer Familie nicht gewährleistet hatten.

Sie forderte, dass Netanyahu “nach Hause geht”, obwohl ihrem Facebook-Profilbild nach zu urteilen, sie eine Rechtswählerin ist (Es beinhaltet einen Jamina-Partei-Wahlzettel).

“Hey, ihr alle, da oben, könnt ihr mich hören?” schreib sie in ihrem Post. “Hier im Süden ist unsere Situation unerträglich! Welches Land der Welt würde es zulassen, dass auf seine Bürger geschossen wird???”

Ihre Worte wurden von anderen im Süden geteilt, darunter der Bürgermeister von Sderot, Alon Davidi, der am Mittwoch Netanjahu, Verteidigungsminister Bennett, der Blau-Weiß-Führer Benny Gantz, ein ehemaliger Generalstabschef, und Israel Beitenu-Chef Avigdor Lieberman, ein ehemaliger Verteidigungsminister, vorwarf, sich mit Streitigkeiten über die Politik zu beschäftigen, anstatt die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

“Seit Jahren hören wir, dass nur sie die Lösung haben, wenn wir ihnen nur eine Chance geben würden”, sagte er zu Radio 101.5. “Schämt euch.”

Die Bewohner im Süden Israels sind frustriert über die Situation, die sich durch die anhaltenden Wellen der Gewalt, die die Region heimsuchen, immer wiederholt.

“In 30 Sekunden [nach dem Ertönen einer Sirene] müssen wir vier Kinder in den Bunker bringen, der sich außerhalb des Hauses befindet. Wir können so nicht weitermachen.”

“Es ist sehr frustrierend, die Kluft zwischen dem Verständnis dessen, was hier im Süden passiert, und der Art und Weise, wie das Leben außerhalb der Sirenenbereiche weitergeht”, sagte Shpilman, am Mittwoch gegenüber Channel 12 News.

“Meine Kinder sind nicht depressiv, sie sind glückliche und lebendige Kinder. Aber das verfolgt sie überall hin”, sagte sie. “Meine Tochter hat Angst, in den Schulbus zu steigen, weil der Fahrer die Nachrichten einschaltet und sie von Ballons mit Sprengsätzen oder Kassam-Raketen hört. Sie hat Angst, wieder in ihr Zimmer zu gehen, sie fragt: “Wenn die Sirene ertönt, was sollen wir tun?””

Die Behörden haben berichtet, dass die Zahl der Einwohner in Grenzgemeinden im Gazastreifen, die unter Symptomen von traumatischem Stress leiden, deutlich gestiegen ist.

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