In der vergangenen Nacht ertönten im Grenzgebiet zum Gazastreifen wieder die Sirenen. Zum ersten Mal gab es gegen 1:50 Uhr Raketenalarm. Bis um 4 Uhr morgens wiederholte sich der Alarm jede Stunde. Die israelische Armee berichtete, dass insgesamt 12 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgeschossen worden seien. Mindestens drei von ihnen seine vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen worden, erklärte ein Sprecher der israelischen Armee. Die Raketen hätten keinen Schaden angerichtet und niemand sei verletzt worden, sagte der Sprecher weiter.
Vor dem Raketenangriff hatte die israelische Luftwaffe das Auto eines Hamas-Befehlshabers angegriffen, der für die Feuerdrachen und Sprengstoff-Ballons verantwortlich ist. Es wurde nur das Auto angegriffen, ohne das dabei jemand verletzt wurde. Der Raketenangriff auf Israel soll der Hamas zufolge die Reaktion auf den israelischen Angriff gewesen sein, „zur Verteidigung des palästinensischen Volkes“, wie ein Sprecher der Terror-Organisation erklärte.
Schon vor einigen Tagen hatte die Hamas bekannt gegeben, dass man von jetzt an auf jeden israelischen Angriff mit Raketenbeschuss antworten werde. Die Hamas erlaubt sich diese Eskalation, da sie davon überzeugt ist, dass Israel nicht an einer neuen Auseinandersetzung mit der Hamas interessiert sei.

Die israelischen Bewohner im Grenzgebiet zum Gazastreifen fühlen sich jedoch schon seit längere Zeit mitten in einer Auseinandersetzung mit der Hamas. Seit Wochen haben sie unter Raketenbeschuss, Feuerdrachen und auch Sprengstoff-Ballons zu leiden, die Schäden in Millionenhöhe verursacht haben. Gestern kam es zu fünf Bränden an verschiedenen Orten, die durch die Drachen und Ballons ausgelöst wurden.
Trotz des nächtlichen Raketenbeschusses versucht man im Süden weiterhin mit dem Alltag fortzufahren. Der Unterricht in den Grundschulen und Kindergärten hat heute normal stattgefunden.
Archivbild: Raketen der al Quassam-Brigade, dem militärischen Arm der Hamas, während einer anti israelischen Militär-Parade in Gaza (Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90)




