Guten Morgen liebe Leser!
Von mir aus kann es denn ganzen Sommer hindurch so bleiben wie jetzt. Auf meinem traditionellen Fußweg zum Büro war es angenehm kühl, so um die 17 Grad. Die Luft war wunderbar frisch. Dennoch spürt man, dass der Sommer und die Sommerferien nicht mehr so weit entfernt sind. Das merke ich zuhause, unser jüngster Sohn hat wohl noch ein Paar Prüfungen für das Abitur vor sich, das er dann im nächsten Jahr in der 12. Klasse beenden wird, aber sonst geht er schon etwas weniger zur Schule, wo es für die diesjährigen Zwölftklässler in die Endrunde geht. Und auch hier in der Stadt ist schon irgendwie Ferienstimmung. Es sind sehr viele Touristen bei uns. Auf dem Machane Jehuda Markt höre ich fast täglich Deutsch. Das heutige Titelbild stammt von gestern, als ich nach der Arbeit noch etwas über „meinen“ beliebten Markt gegangen bin. Ich habe versucht, einfach mal kurz auf Tourist umzuschalten. Schön, dass ich in einer Stadt lebe, wo das möglich ist. Ich liebe es, durch die Straßen dieser Stadt zu spazieren. Sie sehen, obwohl ich schon seit sechs Jahren in Modiin wohne, sehe ich Jerusalem noch immer als „meine“ Stadt und mich selbst als Jerusalemer an. Das ist nun mal so.
Und nun zurück zum Wetter für heute, das nicht sehr aufregend ist und das ist auch gut so:
Teils bewölkt ohne bedeutende Veränderung der Temperaturen. Bis mittags leichte Regenschauer hauptsächlich im Norden des Landes. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 24 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 32 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Beersheva 30 Grad, Eilat am Roten Meer 36 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.44 m unter dem Meeresspiegel.
Wir sind zur Normalität zurückgekehrt. Die “Runde” im Gazastreifen ist beendet. Mich amüsiert es irgendwie, dass diese Auseinandersetzung mit der Hamas im Gazastreifen immer als “Runde” bezeichnet wird. Nun wurde in den Medien der Frage nachgegangen, wer diese Runde diesmal gewonnen habe. Als würde es sich um einen sportlichen Wettbewerb handeln. Beide Seiten meinten, die letzte Runde für sich entschieden zu haben, hörte ich im Radio. Wie das wohl entschieden würde, fragte ich mich. Erst gab es dieses “Angriff und Antwort auf Angriff-Spiel”, jeder “Zug” der Terroristen wurde mit einem israelischen “Gegenzug” beantwortet. Beide Seiten scheinen dieses Spiel zu kennen. Mich erinnerte das, wenn ich diesen etwas eigenartigen Vergleich stellen darf, an “Laurel und Hardy”, in Deutschland mehr als “Dick und Doof” bekannt. Erinnern Sie sich, wie jeder immer auf die Reaktion des anderen wartete, wenn sie sich gestritten hatten? Am Ende wusste niemand mehr so genau, wer eigentlich angefangen hatte.
Doch leider ist die Realität alles andere als lustig. Man fragt sich nun, was diese eintägige Auseinandersetzung eigentlich gebracht hat. Gut, wir haben einen weiteren Terror-Tunnel zerstört und auch ein paar Einrichtungen der Terroristen, der Hamas. Aber mehr auch nicht. Die Hamas wird auch weiterhin die Vernichtung Israels zum Ziel haben, die Bewohner des Gazastreifens werden weiter unter der Hamas-Herrschaft zu leiden haben und Israel wird wohl auch in Zukunft für die miserable Situation der Menschen im Gazastreifen verantwortlich gemacht werden, obwohl es in dieser letzten „Runde“ sogar im Sicherheitsrat Verständnis für die Lage Israels gegeben hat. Und auch der UNO-Sondergesandten im Nahen Osten verurteilte den Raketenbeschuss aus Gaza.
Ob es nun einen ruhigen Sommer geben wird, wo wir uns dann in Ruhe die Fußball-WM anschauen können? Leider haben wir auch im Norden Probleme. Doch heute ist es erst einmal ruhig. Und so soll es bitte auch bleiben.
Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren und friedlichen Donnerstag. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




