Der neue Chef des israelischen Mossad-Geheimdienstes, Yossi Cohen (54, im Bild), der neue Polizeichef Ronny Elshich (53) sowie der Chef des Sicherheitsdienstes Schin Bet, Yoram Cohen (55), stammen alle drei aus religiösen Familien und haben ihre Ausbildungen in Jeschiwa-Schulen absolviert. In Israel sieht man darin eine Wende in der Führungsspitze, immer mehr religiöse Juden erobern die Führungsplätze im israelischen Sicherheitsapparat.
Alle drei erwähnten Chefs sind hochqualifizierte Kandidaten, die von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu eingesetzt wurden. Der neue Mossad-Chef Cohen fungierte zuletzt als Sicherheitsberater von Netanjahu. Begonnen hatte seine Karriere allerdings vor mehr als 30 Jahren beim Mossad. Vier Sprachen spricht er fließend: Hebräisch, Englisch, Französisch und Arabisch. Seine Kollegen nennen Cohen „Das Model“ wegen seiner geschneiderten Anzüge und polierten Schuhe. Doch der israelische James Bond hat eine beachtenswerte Karriere hinter sich.
Im Land erweckt dies eine heiße Debatte zwischen Links und Rechts. Was früher einmal in den Händen der sozialistischen und nichtreligiösen Juden lag, wird in den letzten Jahren immer häufiger von religiösen Juden besetzt. Dies reflektiert in bestimmter Weise die Wende der israelischen Gesellschaft, die in den letzten zwei Jahrzehnten mehr nach rechts rutschte, unter anderem wegen des gescheiterten Oslo-Abkommens. Israelis sehen ein, dass eine Versöhnung mit den Palästinensern in dieser Epoche nicht möglich ist. Diese Enttäuschung drängt zum Verständnis, dass sich hinter dem politischen Konflikt mit den Palästinensern um das Land Israel ein größerer Grund verbirgt.
Alle drei erwähnten Chefs verstehen den religiösen Kern des israelisch-palästinensischen Konfliktes und haben dies auch in ihren Reden mit diplomatischen Worten zugegeben. Über die Wende im Volk Israel sind in letzter Zeit etliche Bücher erschienen, die vom Wechsel der Elite im Volk reden. Darunter das neue Buch von Militärhistoriker Yoaz Hendel. Wenn man früher von einer linke Elite im Volk sprach, so spricht man heute von einer religiösen Elite im Land. Mehr darüber in der nächsten Israel heute Zeitschrift!




