Israel

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Verängstigte Jerusalemer meiden öffentliche Verkehrsmittel

Viele der Terroranschläge der vergangenen zwei Wochen wurden in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Haltestellen verübt. Ziel der Attacken waren jüdische Passagiere. Das hat mittlerweile zu fast leeren Bussen geführt. Die Buslinie 480 von Tel Aviv nach Jerusalem ist normalerweise während den Stoßzeiten morgens und abends überfüllt. Doch am Donnerstag saßen im 8.30 Uhr-Bus gerade einmal acht Passagiere.

Viele der Terroranschläge der vergangenen zwei Wochen wurden in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Haltestellen verübt. Ziel der Attacken waren jüdische Passagiere. Das hat mittlerweile zu fast leeren Bussen geführt. Die Buslinie 480 von Tel Aviv nach Jerusalem ist normalerweise während den Stoßzeiten morgens und abends überfüllt. Doch am Donnerstag saßen im 8.30 Uhr-Bus gerade einmal acht Passagiere.

Die Buslinie 448 von Aschdod nach Jerusalem nutzten nur 18 Personen. Nur 15 Fahrgäste hatte die Linie 420 aus Beit Shemesh nach Jerusalem zu verzeichnen. Ein Fahrer der Buslinie 1, die die Jerusalemer Innenstadt samt Klagemauer bedient, wurde dabei fotografiert, wie er mit einer Hand sein Lenkrad festhält und in der anderen Hand einen kräftigen Holzknüppel hält. „Angesichts der vielen Zwischenfälle in letzter Zeit ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich einem Terroristen begegne, ziemlich hoch“, zitiert ihn das Nachrichtenportal ynetnews.

„Im Großraum Jerusalem gibt es einen Rückgang der Fahrgastzahlen von 30 Prozent und sogar noch mehr. Hauptsächlich in der Dunkelheit vermeiden die Bürger Busfahrten. Es scheint fast, als würde die Stadt still stehen und alle, die nicht unbedingt aus dem Haus müssen, bleiben zu Hause,“ berichtet Ron Ratner, Sprecher des Busunternehmens Egged.

In der Buslinie 78 in Ost-Talpiot ist es derzeit besonders leicht, einen freien Sitzplatz zu ergattern. In einem Stadtbus dieser Linie wurden zwei Menschen ermordet und viele weitere verletzt (Foto), als zwei Terroristen den Bus bestiegen und mit einer Pistole und einem Messer die Fahrgäste angriffen.

Auch die Straßenbahn in Jerusalem wird momentan wenig genutzt. Ihre Waggons wurden in den vergangenen Monaten von arabischen Jugendlichen immer wieder mit Steinen beworfen. Die Nutznießer der aktuellen Situation sind die Taxifahrer. Einer berichtet: „Das Telefon steht nicht mehr still. Manche Anrufer wollen sicherstellen, dass die Taxifahrer Juden sind.“

Wie blank die Nerven fliegen, zeigt ein Vorfall vom Donnerstagabend auf dem Ben-Gurion-Flughafen. Dort wollten jüdische Passagiere mit einer israelischen Linie (Arkia) nach Paris fliegen. Kurzfristig war dieser Flug jedoch von einer tschechischen Fluglinie übernommen worden. Daraufhin weigerten sich die aufgebrachten jüdischen Passagiere, in das Flugzeug zu steigen – sie hatten aus Sicherheitsgründen bewusst ein israelisches Flugzeug gewählt. Schließlich musste die Polizei anrücken, um die aufgebrachten Israelis zu beruhigen.

Foto: Flash 90

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Patrick Callahan

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