Der Mann mit dem roten Bart drückt sich um eine klare Antwort. Er windet sich und sucht vor laufender Kamera nach einem Ausweg. Die Frage, die ihm gestellt wurde, ist klar und eindeutig: Distanziert er sich von islamistischen Selbstmord-Attentaten? Mohammed Abu Tir tut es nicht. Wenige Wochen nach dem Interview, das das TV-Team von Israel Heute in einer konspirativen Wohnung im Osten Jerusalems aufgenommen hat, landet der Islamist wieder hinter Schloss und Riegel.
Seit fast zehn Jahren gibt es die Fernsehsendung Israel Heute TV, europaweit zu sehen über Bibel TV, bei mehreren Regionalsendern und im Internet. „Die Berichterstattung über Israel ist in den europäischen Medien oft erschreckend einseitig negativ“, berichtet Tommy Mueller, der die Sendung zusammen mit Chefredakteur Aviel Schneider aufgebaut hat: „Wir wollen zeigen, wie Israelis leben, was sie im Alltag bewegt, und warum Sicherheit in diesem Land eine so große Rolle spielt. Außerdem entlarven wir arabische Propaganda und prangern antisemitische Hetze an.“
Ein Beispiel ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: „Im Jerusalemer Stadtteil Isawija bewarfen maskierte arabische Jugendliche israelische Polizisten mit Steinen. Von einem benachbarten Hügel aus verfolgten mehrere internationale Fernsehteams das Geschehen. Die israelische Polizei verhielt sich demonstrativ passiv und verhinderte nur, dass sich die Steinewerfer weiter in die Stadt vordrangen. Eine arabische Journalistin berichtete live und schilderte dem Publikum, wie sich die arabische Jugend hier gegen die brutalen israelischen Besatzer wehren müsse. Nach der Übertragung sprach ich die Kollegin an: Die Israelis hätten doch gar nichts gemacht. Ihre Antwort: Wenn ich etwas anderes berichte, habe ich anschließend keinen Job mehr.“
Auch beim jüngsten Gaza-Krieg war Tommy Mueller mit der Kamera vor Ort, dokumentierte die Verteilung von Pizzen an israelische Soldaten an der Front, immer wieder unterbrochen von Raketenalarmen. „Flach auf den Boden werfen, warten bis die Rakete Sekunden später einschlägt, aufstehen und weitermachen“, lautete die Devise. „Aber schon der Alarmton der Sirenen lässt einem das Blut in den Adern gefrieren“, berichtet der Filmemacher, der nach dem Ende der Militäroffensive die Eltern gefallener Soldaten besuchte, um den Opfern filmerisch zu gedenken.
„Wir haben aber auch viel Schönes im Heiligen Land aufgenommen und dem Publikum in Europa nahe gebracht“, unterstreicht Tommy Mueller. So begleitete das Fernsehteam den singenden Kapitän Daniel Carmel auf dem See Genezareth, erforschte Geheimnisse im Untergrund der Klagemauer, trank mit den Schweigemönchen von Latrun deren selbst gekelterten Wein oder erlebte die Einweihung der neu aufgebauten Hurva-Synagoge mit. Auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten wurden vorgestellt, von den Rosh HaNigra-Grotten an der libanesischen Grenze bis zu den Sonnenstränden von Eilat im Süden. In Erinnerung bleiben auch Gespräche mit prominenten Politikern wie Benjamin Netanjahu, Simon Peres oder Reuven Rivlin.
Welche Beiträge sind besonders beliebt bei den Zuschauern? „Die meiste Resonanz bekommen wir auf die biblischen Kommentare von Ludwig Schneider“, erläutert Mueller, „aber auch Geschichten über jüdisch-christliche Glaubenserfahrungen, messianische Juden und biblische Hintergründe aktueller Geschehnisse sind beim Publikum sehr bliebt. Außer bei uns bekommen die Menschen das ja nirgendwo zu sehen.“
Als 2005 die Pläne für die neue Israel-Fernsehsendung bekannt wurden, meldeten sich „Experten“, die sicher waren, dass „das Magazin nach drei Folgen wieder eingestellt werden muss, weil es nicht finanzierbar ist.“ Dank der Unterstützung von Spendern und Sponsoren gibt es die Sendung immer noch, und jeden Monat werden zwei neue Folgen von knapp 27 Minuten Länge produziert – mit moderner digitaler, hochauflösender Technik. Das ist teuer, ebenso wie die Kosten für Reisen, Unterkünfte und Verpflegung im Heiligen Land.
„Mit der Hilfe des Allmächtigen und großem persönlichen Einsatz aller Beteiligten haben wir es all die Jahre hindurch geschafft, ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen“, so Tommy Mueller, „wir hoffen und beten, dass uns das auch in Zukunft gelingt, zum Segen für die Zuschauer und für das israelische Volk.“
Dies war ein Blogartikel aus dem Bereich „Israel Heute TV“ aus unserer Rubrik „Israel Helfen“. Wir bedanken uns für jede Spende, die Sie dem Land Israel und seinen Bewohnern zukommen lassen. Die Möglichkeit dafür finden Sie unter Israel Helfen.
Israel Heute TV am Ort des Geschehens: Polizeisprecher Micky Rosenfeld zeigt nach dem Anschlag auf einen israelischen Grenzpolizisten am Jerusalemer Damaskus-Tor eine Geschosshülse, Kameramann Simon Heidt dokumentiert das Geschehen für die Fernsehzuschauer.
Foto: Tommy Müller




