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Mehrheit der Deutschen will nichts mehr vom Holocaust hören

Vor 70 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Weltweit erinnern Gedenkveranstaltungen an die industriell organisierte Vernichtung der Juden durch die deutschen Nationalsozialisten. Laut einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung wollen jedoch 81 Prozent der befragten Deutschen die Geschichte der Judenverfolgung „hinter sich lassen“ und sich gegenwärtigen Problemen widmen. Einen regelrechten „Schlussstrich“ wollen sogar 58 Prozent der Befragten ziehen. Ganz anders sieht es in Israel aus: Dort wollen nur 22 Prozent mit der Vergangenheit abschließen.

Vor 70 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Weltweit erinnern Gedenkveranstaltungen an die industriell organisierte Vernichtung der Juden durch die deutschen Nationalsozialisten. Laut einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung wollen jedoch 81 Prozent der befragten Deutschen die Geschichte der Judenverfolgung „hinter sich lassen“ und sich gegenwärtigen Problemen widmen. Einen regelrechten „Schlussstrich“ wollen sogar 58 Prozent der Befragten ziehen. Ganz anders sieht es in Israel aus: Dort wollen nur 22 Prozent mit der Vergangenheit abschließen.

„Unter Geschichte kann man keinen Schlussstrich ziehen, unter millionenfachen Mord schon gar nicht“, erklärte dazu der deutsche Außenminister Steinmeier (SPD). Ähnlich äußerte sich Bundeskanzlerin Merkel (CDU): „Auschwitz fordert uns täglich heraus, unser Miteinander nach Maßstäben der Menschlichkeit zu gestalten“, betonte sie. Deutschland sei es den vielen Millionen Opfern schuldig, nicht zu vergessen.

Doch das deutsche Volk hält offenbar wenig von der Solidarität mit den noch lebenden Juden. Mehr als ein Drittel der Deutschen hält die Politik der Israelis gegenüber den Palästinensern für vergleichbar mit der Politik der Nazis gegen die Juden. Dieses am Montag veröffentlichte Umfrage-Ergebnis hat in Israel für Schlagzeilen gesorgt. 48 Prozent der befragten Deutschen hatten ein negatives Bild von Israel, bei den 18- bis 29-jährigen war es sogar die Mehrheit. Nur 36 Prozent der Befragten erklärten, sie sähen Israel positiv.

Währenddessen wachsen die Befürchtungen, der Antisemitismus in Europa könne weiter an Einfluss gewinnen. So hat sich in Frankreich die Anzahl antisemitischer Vorfälle im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt (2014: 851, 2013: 423). In 241 Fällen kam es zu körperlicher Gewalt. Frankreich gilt nach Ansicht israelischer Fachleute derzeit als das gefährlichste Land für Juden in Europa. Ein Großteil der rund 500.000 dort lebenden Juden erwägt laut Medienberichten auszuwandern. Israels Regierungschef Netanjahu hat sie eingeladen, sich im jüdischen Staat eine neue Existenz aufzubauen.

Bild: Eine junge Israelin beim Besuch des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

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Patrick Callahan

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