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Israel zeigt UN-Diplomaten kritischen Dokumentarfilm über UNRWA

Bei einer Vorführung im Hauptquartier der Vereinten Nationen hat Israel einen Dokumentarfilm über die Geschichte und umstrittene Rolle der UNRWA präsentiert. Dutzende Diplomaten verfolgten die Vorführung.

Das UNRWA-Ausbildungszentrum in Kalandia nördlich von Jerusalem, bevor die IDF es am 25. August 2026 abriss. Foto: Jamal Awad/Flash90
Das UNRWA-Ausbildungszentrum in Kalandia nördlich von Jerusalem, bevor die IDF es am 25. August 2026 abriss. Foto: Jamal Awad/Flash90

Die israelische UN-Delegation unter Leitung von Botschafter Danny Danon hat erstmals im Hauptquartier der Vereinten Nationen einen Dokumentarfilm über das Palästinenserhilfswerk UNRWA gezeigt. Dutzende Diplomaten nahmen an der Vorführung teil. Der Film mit dem Titel „UNraveling UNRWA“ untersucht die mehr als 75-jährige Geschichte der Organisation, ihre Entwicklung seit der Gründung 1949 und die Kritik an ihrer politischen und institutionellen Rolle.

Die Dokumentation des israelischen Regisseurs Duki Dror und des Rechercheurs Ilan Sheizaf arbeitet mit seltenem Archivmaterial und Interviews mit ehemaligen UNRWA-Verantwortlichen, israelischen und arabischen Experten sowie palästinensischen Gesprächspartnern. Zu den Interviewten gehören unter anderem Peter Hansen, der die Organisation von 1996 bis 2005 leitete, und Scott Anderson, der nach dem 7. Oktober 2023 die UNRWA-Aktivitäten im Gazastreifen verantwortete.

Der Film erhielt 2025 beim Internationalen Filmfestival von Haifa den Preis für die beste investigative Dokumentation. Er beleuchtet unter anderem die Frage, inwieweit aus einer ursprünglich als vorübergehende Hilfsorganisation gegründeten Einrichtung ein dauerhafter politischer Akteur geworden ist.

Kritik an der Organisation nach dem 7. Oktober

Die Vorführung findet vor dem Hintergrund der anhaltenden Kontroverse um die UNRWA statt. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 waren Vorwürfe bekannt geworden, wonach Mitarbeiter der Organisation an den Angriffen beteiligt gewesen sein sollen. Eine Untersuchung der Vereinten Nationen bestätigte später, dass es bei mehreren Mitarbeitern Hinweise auf eine mögliche Beteiligung gab; ihre Beschäftigungsverhältnisse wurden daraufhin beendet.

Israel wirft der UNRWA darüber hinaus vor, dass Mitarbeiter Verbindungen zu terroristischen Organisationen unterhalten und Unterrichtsmaterialien in den Schulen der Organisation antisemitische Inhalte und die Verherrlichung von Gewalt enthalten hätten. Die Organisation weist den Vorwurf zurück, mit der Hamas zusammenzuarbeiten, und verweist auf ihre humanitäre Arbeit sowie interne Kontrollmechanismen.

Botschafter Danon bezeichnete die UNRWA als langjährigen Unterstützer der Hamas und erklärte, Israel habe in den vergangenen Monaten gezielt diplomatische Schritte unternommen, um die Aktivitäten der Organisation einzuschränken. Die Filmvorführung sei ein weiterer Teil dieser Bemühungen.

„Nach einem langen Prozess zeigen wir erstmals im Gebäude der Vereinten Nationen einen Dokumentarfilm über die Aktivitäten der Organisation vor Diplomaten“, erklärte Danon. „Langsam und entschlossen kommt die Wahrheit ans Licht.“

Der Film soll den Diplomaten einen umfassenderen Einblick in die Geschichte und Arbeitsweise des Hilfswerks geben. Damit bringt Israel seine Kritik an der UNRWA unmittelbar in das internationale Gremium, in dem über das Mandat und die Zukunft der Organisation entschieden wird.

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Patrick Callahan

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