Unruhen in Kfar Kassem – Ein Toter

In der arabischen Stadt Kfar Kassem ist es gestern Nacht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Dabei wurde ein Mann von einem zivilen Wachmann erschossen.

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Bild: Polizeistation in Kfar Kassem (Foto: Flash90)

Zu gewalttätigen Szenen ist es gestern (Montag) in der arabischen Stadt Kfar Kassem gekommen. Dabei haben rund 100 Demonstranten Polizeiwagen und eine örtliche Polizeistation in Brand gesteckt und Steine auf Polizisten geworfen. Die Unruhen begannen kurz nach 23:30 Uhr Ortszeit, als Polizisten am Eingang der Stadt einen Mann kontrollierten. Als sich herausstellte, dass nach diesem gefahndet wurde, wurde dieser von den Polizisten festgenommen. Danach näherten sich rund 50 Menschen, um den festgenommenen Mann aus den Händen der Polizei zu befreien, was ihnen dann auch für eine kurze Zeit gelang. Dabei wurden Steine auf die Polizisten geworfen. Die Situation spitzte sich immer weiter zu.

Im Laufe der Straßenkämpfe näherte sich die Menge auch der örtlichen Polizeistation, ein dort stationierte ziviler Wachmann fühlte sich bedroht und schoss auf einen der Demonstranten. Der 27-jährige Muhammad Taha erlag seinen Verletzungen.

Hintergrund der Unruhen ist die Unzufriedenheit der Bürger der Stadt über die Polizei. In den vergangenen zwei Monaten waren in Kfar Kassem sechs Menschen erschossen worden und bis heute ist es der Polizei nicht gelungen, die Täter zu fassen.

„Mein Sohn ist ein Opfer des Hasses der Polizei“, sagte der Vater des Toten. Die Polizei sei eine Bedrohung und Gefahr für die arabische Bevölkerung, sagte er. „Er war mein ältester Sohn“, erzählte der Vater weiter über seinen Sohn. „Vor zwei Jahren hat er geheiratet und er plante, Kinder zu haben. Mein Herz und das Herz seiner Mutter und Geschwister ist gebrochen. Der Mann, der ihn erschossen hat, hat das Leben einer ganzen Familie zerstört, ich hoffe, dass Gott auch sein Leben zerstört.“

Die Polizei erklärte, der festgenommene Mann hätte sich der Festnahme widersetzt und die Polizisten angegriffen. Um die 50 Menschen seinen gekommen, um ihm zur Flucht zu verhelfen, aber nach kurzer Zeit konnte der Mann wieder gefasst werden. Danach seien auf die Polizisten und den Polizeiwagen Steine geworfen worden. Einige der Demonstranten sprachen gegen die Polizei, sie hätte in der Stadt keinen Platz. Einer der Demonstranten konnte später festgenommen werden.

Später wurde auch versucht, die Polizeistation in Brand zu stecken. Die Demonstranten seien vermummt gewesen.

Später gelang es der Polizei, die Truhe in der Stadt wiederherzustellen. Nun wird versucht, im Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, wieder für Ruhe in der Stadt zu sorgen. Der Polizeichef Roni Alsheikh traf sich neben dem Bürgermeister auch mit zwei Knesset-Abgeordneten der Arabischen Liste, um eine Lösung für die angespannte Situation zu finden. Die Gewalt seitens der Demonstranten ist dabei auf das schärfste kritisiert worden.

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