Messerattacke bei Jerusalemer Homosexuellen-Parade: sechs Verletzte

Ein vorbestrafter ultraorthodoxer Jude hat bei der Jerusalemer Schwulen- und Lesbenparade ein Blutbad angerichtet. Yishai Shlissel stach nach Augenzeugenberichten schreiend mit einem Messer um sich und verletzte auf der Keren-Hayesod-Straße sechs Menschen, bevor er von Polizisten überwältigt werden konnte. Vier Opfer erlitten so schwere Wunden, dass sie im Krankenhaus stationär aufgenommen werden mussten. Ein 16 Jahre altes Mädchen schwebt nach Polizeiangaben in Lebensgefahr.

Messerattacke bei Jerusalemer Homosexuellen-Parade: sechs Verletzte

Ein vorbestrafter ultraorthodoxer Jude hat bei der Jerusalemer Schwulen- und Lesbenparade ein Blutbad angerichtet. Yishai Shlissel stach nach Augenzeugenberichten schreiend mit einem Messer um sich und verletzte auf der Keren-Hayesod-Straße sechs Menschen, bevor er von Polizisten überwältigt werden konnte. Vier Opfer erlitten so schwere Wunden, dass sie im Krankenhaus stationär aufgenommen werden mussten. Ein 16 Jahre altes Mädchen schwebt nach Polizeiangaben in Lebensgefahr.

Der Täter ist der Polizei bekannt: Shlissel hatte bei der Parade 2005 eine ähnliche Attacke ausgeführt und drei Menschen verletzt. Er war wegen versuchten Mordes zu zwölf Jahren Haft verurteilt und erst vor einem knappen Monat wegen guter Führung vorzeitig entlassen worden.

An der Parade hatten etwa 500 Menschen teilgenommen. Während die weitaus größere Gay-Parade in Tel Aviv weitgehend akzeptiert wird, ist der Aufmarsch der Homosexuellen in Jerusalem sehr umstritten. Religiöse Gruppen versuchen seit Jahren vergeblich, die Parade in der „Heiligen Stadt“ zu verhindern. Aus ihrer Sicht ist praktizierte Homosexualität Sünde.

Das Büro von Ministerpräsident Netanjahu sprach von einem „ernsten Vorfall“. In Israel müsse jeder selbst entscheiden können, nach welchen Werten er oder sie leben wolle. Auch Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat verurteilte die Bluttat: „Jerusalem ist ein Ort für alle. Wir werden zusammen mit der Polizei jeden bekämpfen, der anderen mit Gewalt begegnet.“ Die Regierung kündigte an, der Jugendverband der israelischen Homosexuellen (Israel Gay Youth – IGY) werde künftig höhere Zuschüsse erhalten.

Staatspräsident Reuven Rivlin forderte zur Toleranz auf, alles andere führe ins Verderben. Die Gesellschaft müsse alle verurteilen, die derartige Taten begehen oder unterstützen. Die beiden Oberrabbiner David Lau und Yitzhak Yosef unterstrichen, dass die Messerattacke den Gesetzen der Thora widerspreche und riefen die Justiz auf, dem Angreifer mit Strenge zu begegnen. Shlissel solle behandelt werden „wie jeder andere Mörder.“

Bild: Polizisten und Passanten kümmern sich um eines der von Shlissel niedergestochenen Opfer.

Foto: Miriam Alster (Flash 90)

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