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Mitglieder„Lieber schlechte Presse als einen schönen Nachruf“

Von Masada über das Warschauer Ghetto bis zum modernen Staat Israel zieht sich eine bittere Erfahrung durch die jüdische Geschichte: Mitgefühl nach einer Katastrophe kann die Toten ehren – doch nur Selbstverteidigung kann Leben retten.

Ministerpräsidentin Golda Meir bei der Vorstellung ihrer neuen Regierung in der Knesset in Jerusalem am 10. März 1974. Ihr Verständnis jüdischer Selbstverteidigung prägt die israelische Debatte bis heute. Foto: Moshe Milner/GPO

Es gibt eine bittere Konstante in der jüdischen Geschichte: Mit toten Juden kann die Welt oft besser umgehen als mit Juden, die sich wehren. Für ermordete Juden werden Kerzen angezündet, Kränze niedergelegt und bewegende Reden gehalten. „Nie wieder“, heißt es dann. Doch wenn Juden selbst dafür sorgen, dass es kein nächstes Massengrab gibt, verändert sich der Ton. Aus Mitgefühl wird Kritik, aus Solidarität werden Forderungen nach Zurückhaltung, und aus dem Recht auf Selbstverteidigung wird schnell eine Debatte darüber, wie weit dieses Recht reichen darf. Genau darin liegt eine der tiefsten Spannungen der modernen jüdischen Geschichte. Israel entstand nicht, damit die Welt jüdische Opfer besser betrauern kann. Israel entstand, damit es weniger jüdische Opfer zu betrauern gibt. Von Masada über das Warschauer Ghetto bis zur Staatsgründung zieht sich deshalb ein Gedanke durch die jüdische Erinnerung: Wir können nicht darauf bauen, dass andere uns rechtzeitig retten. Golda Meir brachte diese Erfahrung auf eine Formel, die bis heute nichts von ihrer Schärfe verloren hat: Lieber lebendig und kritisiert als tot und bemitleidet.

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Patrick Callahan

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2 Kommentare zu “„Lieber schlechte Presse als einen schönen Nachruf“”

  1. Jürgen Dold sagt:

    Wer nicht im gleichen Boot sitzt mit jemand in Not, gleicht oft einem Kinozuschauer mit einer Tüte Popcorn in der Hand. Und anschließend wird der Film bewertet, 1 bis 5 Sterne. Doch er wird nicht aus dem Boot heraus bewertet, das im Sturm liegt und von feindlichen Soldaten angegriffen wird, sondern aus dem sicheren Abstand des Zuschauers heraus. Das ist die Situation und die Israelis sitzen im Boot, während die meisten Besserwisser in der UN und anderswo auf ihren bequemen Kinostühlen sitzen. Sie sollten daher mit ins Boot kommen und von dort aus ihre Vorschläge und Kritik einbringen. Ein messianischer Pastor, dessen Sohn in Gaza gedient hat meinte einmal, dass eine Sekunde Unaufmerksamkeit dort über Leben und Tod eines IDF-Soldaten entscheiden kann. Wer Israel und die IDF kritisiert, soll daher mal mit in den Einsatz fahren und zeigen wie er es besser kann. Am Yisrael Chai.

  2. Francis Mo sagt:

    Sehr geehrter Herr Jürgen Dold
    ihren Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf.
    Bravo

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